Bezirksserie – 1020

Verkehrshölle Tabor, Bim-Kritik und Naturparadies

Wien
02.04.2025 16:00

Die „Krone“ fragte alle Spitzenkandidaten in der Leopoldstadt, welche Herzensprojekte sie in der nächsten Legislaturperiode umsetzen würden. Das haben sie vor!

Wenn am 27. April die Wiener und Wienerinnen zu den Wahlurnen schreiten, dann ist das nicht nur für die Stadt ein richtungsweisender Wahlgang. Obwohl die Leopoldstädter recht zufrieden mit ihrem Bezirk zu sein scheinen, ist auch im zweiten „Hieb“ nicht alles so, wie es im Idealfall sein sollte.

Die Herzensprojekte
Die „Krone“ wollte von allen Spitzenkandidaten, die sich der Wahl zum künftigen Bezirksvorsteher oder der künftigen Bezirksvorsteherin stellen, wissen, was sie in den kommenden Jahren von Herzen gerne umsetzen würden. Konkret und knapp beschrieb der aktuelle Bezirkschef der Leopoldstadt, Alexander Nikolai (SPÖ), seine weiteren Vorhaben. Er wolle die Taborstraße samt Bürgerbeteiligung umgestalten, die Hollandstraße verbessern und begrünen sowie auch eine Begrünungsoffensive um die Leopoldstädter Märkte, samt Photovoltaikanlagen, starten.

Zankapfel Taborstraße: Der Durchzugsverkehr müsse entschärft werden, meinen SPÖ und ÖVP. Autofahrer würden nur bestraft, kritisiert die FPÖ. (Bild: Tomschi Peter)
Zankapfel Taborstraße: Der Durchzugsverkehr müsse entschärft werden, meinen SPÖ und ÖVP. Autofahrer würden nur bestraft, kritisiert die FPÖ.

Die Taborstraße scheint nicht nur die Bewohner des Bezirks zu beschäftigen. Die Straße, die ohne Frage wenig Grün, aber zu viel Verkehr vorweist, ist auch jener Punkt, den der Grüne Bernhard Seitz gerne angehen würde. Die Straße, so Seitz, würde vom Durchzugsverkehr dominiert. Ältere Leute würden sich schwertun, über die Straße zu kommen, Eltern sich um ihre Kinder sorgen. Man brauche mehr Bäume – „eine Bürger:innenbeteiligung“ solle dafür sorgen, dass Menschen in der Taborstraße wieder den Ton angeben.

Sind Venediger Au und die Hauptallee Angsträume?
Jene Bürgerbeteiligung möchte Sabine Keri von der ÖVP neu denken. Derzeit, so die Politikerin, seien jene Prozesse recht „fadenscheinig“, Politik müsse aber „auf Augenhöhe“ geschehen. Sie sehe, dass Menschen Orte wie den Venediger-Au-Park, die Prater Hauptallee und den Mexikoplatz vor allem nächtens meiden würden. Mit Beleuchtungskonzepten und freien Sichtachsen möchte sie dafür sorgen, dass jene Plätze wieder zu „sicheren Freizeitorten“ werden. Auch eine saisonale Flaniermeile am Donaukanal mit Radfahrverbot schwebt ihr vor, ebenso die Schaffung von „Grünraum mit Hausverstand“, anstatt den Tabor erst zuzubetonieren, um dann wieder aufzubrechen.

Kreuzfahrtschiffe und Gemeindebau
Die Neos um Kandidat Christian Moritz liebäugeln mit einer Verlegung der Kreuzfahrtschiffe an der Donaulände. Jene solle nicht mehr den Schiffstouristen und dem Busverkehr vorenthalten werden. Sie in ein Naherholungsparadies für alle umzuwandeln, wäre ein absolutes Herzensprojekt der Pinken.

Die FPÖ bemängelt den schlechten Zustand der Gemeindebauten im Bezirk: „Es braucht eine Sanierungsoffensive seitens der Stadt“, fordert Franz Lindenbauer. Ansonsten wolle man, dass die Verkehrspolitik wieder alle berücksichtige, auch die Autofahrer, die ständig mit „Rad-Highways“ und Parkverboten bestraft würden. Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 durch die Prater Hauptallee lehnen die Blauen ab. Alternativvorschläge und Petitionen würden komplett ignoriert, bemängelt man.

Der Bezirk in Zahlen
Etwas mehr als 110.000 Einwohner (5,5% der Wiener Bevölkerung) hat die Leopoldstadt – Tendenz steigend. 62% kommen aus Österreich, 16% aus EU-Ländern, die restlichen 22% aus anderen Staaten. Mehr als 70.000 Menschen, die in anderen Gegenden wohnen, pendeln täglich in den Zweiten. Knapp 40.000 nehmen den anderen Weg – sie verrichten ihren Job außerhalb der Leopoldstadt. 24% leben in Gemeindebauten oder anderen öffentlichen Wohnbauten, 44% in frei finanzierten Mietwohnungen. Durchschnittlich stehen 35 Quadratmeter pro Person zur Verfügung, man liegt hier im Wien-Schnitt.

Die Pkw-Dichte liegt mit 31 auf 100 Einwohner unter jenem von ganz Wien (36 je 100). Knapp 2700 Hunde leben in der Leopoldstadt, die sich in 44 Parks und auf 123,2 Quadratmeter Auslauffläche pro Hund austoben können.

Zur Bezirksvertretungswahl dürfen nicht alle gehen. Wahlberechtigt sind Österreicher und EU-Bürger, die im 2. Bezirk leben. Die Leopoldstadt gehört generell zu jenen Wiener Bezirken mit einem relativ niedrigen Anteil Wahlberechtigter.

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