Grundbesitzer empört

450 Euro für kurze Pause auf Holzlagerplatz

Oberösterreich
02.04.2025 08:00

Ein Pensionist erhielt teure Post, weil er nur ganz kurz auf einem Holzlagerplatz geparkt hatte. 450 Euro kostet dem Mann das „Vergnügen“, nachvollziehen kann er die hohe Summer aber nicht. Der Grundbesitzer hingegen rechtfertigt sich und verweist auf die Parkverbotsschilder auf dem Platz.

Das waren teure 15 Minuten! „Ich war gerade mit meiner Frau am Rückweg vom Skifahren auf der Höß, da hat meine Frau im Wald Erika gesehen. Also sind wir in einen kleinen Forstweg abgebogen, bis wir nach wenigen Metern auf einem Holzlagerplatz waren“, berichtet Günther Schinko.

Kurz Blumen gepflückt
Der sportliche Pensionist ist sich seiner Schuld voll bewusst, denn: „Da war schon ein Verbotsschild, aber das haben wir ignoriert. Wir hatten ja vor, beim Auto zu bleiben.“ Mit einigen Blumen im Gepäck machte sich das Ehepaar aus Wartberg an der Krems zurück nach Hause und dachte nicht mehr an den kurzen Stopp.

Hohe Summe, kurze Fristen
Zumindest, bis wenig später ein weiteres Erinnerungsstück ins Haus flatterte: „Da kam ein Schreiben einer internationalen Anwaltskanzlei, dass ich binnen weniger Tage wegen Besitzstörung 450 Euro zahlen müsste“, so Schinko. Er wisse, dass er im Unrecht sei, aber die hohe Summe und die sehr kurzen Fristen seien ihm sauer aufgestoßen. „Ich kann es mir zum Glück leisten, will aber auch andere Leute warnen, dort nicht hineinzufahren.“

Günther Schinko ärgert sich über die nicht nachvollziehbar hohe Strafe des kurzen Stopps auf einem Holzlagerplatz. (Bild: Krone KREATIV/Jack Haijes, stock.adobe.com/jaguardo)
Günther Schinko ärgert sich über die nicht nachvollziehbar hohe Strafe des kurzen Stopps auf einem Holzlagerplatz.

Der Besitzer der Liegenschaft, der Chef eines forstwirtschaftlichen Betriebs im Stodertal verteidigt das Vorgehen: „Wir haben diese Fahr- und Parkverbotsschilder aus gutem Grund montiert. Der Betrieb wurde schon mehrmals durch parkende Autos gestört, sodass etwa Holzlaster nicht abladen oder umdrehen konnten“, so der Chef.

Wildkamera nimmt alles auf
Immer wieder hätten dort Leute stundenlang geparkt. Die Kamera, eine einfache Wildkamera, könne aber nicht ausmachen, ob jemand fünf Minuten oder fünf Stunden auf dem Platz parke. Weil man aber nicht mit schmierigen Abzockern in eine Schublade gesteckt werden wollte, habe man extra große Schilder angebracht. Außerdem: „Damit wird auch kein Geld verdient – die Anwaltskanzlei verlangt nur so viel, wie das Aktivwerden kostet“, meint der Unternehmer.

„Außerdem haben Betroffene immer die Möglichkeit, sich mit einer Stellungnahme an uns zu wenden“, so der Forstwirt. Das geht aus dem Schreiben aber nicht hervor. Einer älteren Dame aus dem Ort, die Blumen für ihre kürzlich verstorbene Mutter gepflückt habe, sei der Betrag erlassen worden, betont er.

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