Wie geht’s bei Motorradhersteller KTM weiter? Der indische Miteigentümer Bajaj überwies am Montag die 50 Millionen Euro, die die Produktion in Mattighofen für April sichern. Doch nach wie vor ist offen, wer als Investor einsteigt und damit auch die 600 Millionen Euro für die Sanierung stemmt. Diese offene Zukunftsfrage lähmt nicht nur die Mitarbeiter.
Vom Ofen bis zur Haustür in weniger als zehn Minuten – einen neuen Pizza-Zustelldienst namens „Braaaap“ hatte das Social-Media-Team von KTM als Aprilscherz am Dienstag ausgeheckt und damit die Fans der Motorradmarke weltweit unterhalten. Eine Botschaft der Pierer Mobility AG war zum Glück am 1. April kein Schmäh: Die nächsten 50 Millionen Euro für die Wiederaufnahme der Produktion stehen der KTM AG zur Verfügung, ließ man kurz nach 7 Uhr früh wissen. Noch am Montag wurde das Geld von Miteigentümer Bajaj auf das Treuhandkonto von Sanierungsverwalter Peter Vogl überwiesen. Damit ist die Motorrad-Montage für April gesichert.
Rumoren war in den letzten Tag groß
Die Ungewissheit, ob und wann das Geld fließt, hatte in den vergangenen Tagen wieder für Rumoren rund um den in die Insolvenz geschlitterten Motorradhersteller gesorgt. Eine Frage wurde dabei immer öfter gestellt: Wie lange dauert es noch, bis die Zukunftsfrage geklärt ist und es damit eine Antwort darauf gibt, wer als Investor bei KTM einsteigt und vermutlich dann sogar das Sagen haben wird?
Die Pierer Mobility, die ja die Muttergesellschaft von KTM ist, betonte am Dienstag erneut, dass man bis 23. Mai Zeit hat, um die 600 Millionen Euro für die 30-Prozent-Quote und die Verfahrenskosten aufzustellen. Mit Verweis auf die Vertraulichkeit der Gespräche wird ein Geheimnis daraus gemacht, wer noch im Rennen ist.
Für die, die ihren Job zuletzt bei KTM verloren haben, ist das Ganze sowieso eine Katastrophe. Da sind viele noch auf Arbeitssuche.
Michael Seemayer, Geschäftsführer der PRO-GE Oberösterreich
„Je länger es dauert, umso unsicherer kommt es mir vor“, spricht mit Michael Seemayer der Geschäftsführer der Gewerkschaft PRO-GE in Oberösterreich das aus, was sich viele denken.
Beschäftigte fragen Gewerkschaft um Rat
Auch die Mitarbeiter haben Fragen, kontaktieren deshalb immer wieder auch die Gewerkschaft, verrät Seemayer: „Sie wollen wissen, was wir glauben, wie die Zukunft aussieht.“
Manche wollen auch Rat für Zukunftsentscheidungen – etwa, wenn ein Jobangebot da ist, man aber nun hin- und hergerissen ist, ob man bei KTM bleiben soll oder nicht. „Da können wir keine Empfehlungen abgeben, das ist eine ganz persönliche Entscheidung“, so Seemayer.
Lieferanten und Kunden „brauchen eine gewisse Planbarkeit“
Dieses monatliche Nach-vorne-Hanteln, das derzeit passiert, spannt aber auch Lieferanten und Kunden auf die Folter: „Sie brauchen eine gewisse Planbarkeit. Es wäre deshalb gut, relativ schnell für Klarheit zu sorgen, wie es weitergeht.“ Noch ist hier aber Geduld gefragt.
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