Geradezu explodiert ist die Zahl der Akademiker in Wien innerhalb von nur wenigen Jahren. Die Stadt sieht das als Investition in den Wirtschaftstandort der Zukunft. Schon jetzt passiert in Wiener Privatunternehmen genau so viel Forschung wie im gesamten öffentlichen Sektor zusammen.
Auch wenn aktuell rund jeder fünfte Wiener Uni-Absolvent nach dem Studium ins Ausland geht oder dorthin zurückkehrt (die Gruppe teilt sich ungefähr je zur Hälfte in Abwanderer und Heimkehrer): Wien ist und bleibt Uni-Stadt. Dabei geht es nicht nur um die rund 156.000 Studentinnen und Studenten an den öffentlichen Hochschulen der Stadt und rund 40.000 weitere an Privatuniversitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen, sondern um das Leben nach dem Titel.
Akademiker als Anreiz für private Investitionen
Verglichen mit dem Anfang des Jahrtausends und jährlich ungefähr 11.600 Studienabschlüssen gibt es heute jährlich rund 29.000 Hochschulabgänger. Das bedeutet eine Steigerung um 250 Prozent. Jeder vierte Uni-Absolvent in Wien kommt aus dem Ausland, 7.738 im letzten statistisch erfassten Studienjahr 2021/2022. Vor 20 Jahren war es nur jeder sechste Uni-Absolvent.
30,3 Prozent der Wiener haben inzwischen eine akademische Ausbildung – und tragen überproportional zum Wirtschaftsstandort bei: Sie machen 36 Prozent aller Erwerbstätigen in der Stadt aus. Das lässt sich das Rathaus auch etwas kosten: Über 130 Millionen Euro fließen jährlich in Forschung und Entwicklung, vor allem in die Bereiche Gesundheit, Kultur und Verwaltung. Keine andere Landesregierung investiert mehr.
Privatunternehmen als Zugpferde
Trotzdem belegt Wien als Bundesland hinter der Steiermark nur den zweiten Platz als Forschungsstandort – vor allem durch die dort hohen Investitionen der Privatwirtschaft. Doch auch in Wien investiert der Unternehmenssektor mit rund 2,2 Milliarden Euro jährlich mehr in Forschung als der öffentliche Sektor – also Universitäten, Staat und Stadt – zusammen.
Nicht umsonst will das Rathaus mit dem Strategieplan „Wien 2030 – Wirtschaft & Innovation“ noch mehr spezialisierte Unternehmen hierher locken und Wien so zum Zentrum für „Lösungen für städtische Herausforderungen“ der Zukunft machen.
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