Unmut und Sorge um Wohl der Patienten tat Urologe Bader in der „Krone“ öffentlich kund. Auch Niederösterreichs Patientenanwalt Michael Prunbauer wurde eingeschalten. Die Landesgesundheitsagentur (LGA) reagierte und beauftragt nun einen externen Experten, der mögliche Fehler und Verbesserungen aufzeigen soll.
Aufsehen erregte Doktor Badereddin Bader, als er sich mit heftiger Kritik von der Urologie-Abteilung des Krankenhauses Waidhofen an der Thaya verabschiedete – die „Krone“ berichtete. Der Arzt nannte anonymisiert dabei auch medizinische Fälle, bei denen etwas schief gelaufen sei.
Selbst keine Prüfmöglichkeit
Die Grüne Gesundheitssprecherin Silvia Moser stellte daraufhin Kontakt zu NÖ Patientenanwalt Michael Prunbauer her. Der darf aus Datenschutzgründen nicht selbst die Fälle überprüfen – dafür hätte er die direkte Einwilligung der Patienten oder von Angehörigen benötigt – stellte aber eine Anfrage beim Spitalsbetreiber, der NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA).
„Die LGA hat sich die Fälle, bei denen es verschuldet oder unverschuldet Komplikation gab, genau angesehen und konnte diese auch ausfindig machen. Sie informiert Betroffene, dass sie sich an mich wenden können“, erklärt Prunbauer. Es sei absolut richtig gewesen, dass sich Whistleblower Bader an ihn gewendet habe. Auch die LGA habe gut darauf reagiert: Sie beauftragt einen externen Experten mit einer Risikoanalyse, der mögliche Fehler und Verbesserungen aufzeigen soll.
Patientenanwalt in jedem Fall kontaktieren
Unabhängig davon, ob das Spital nun einen Fehler begangen hat oder nicht, rät der Patientenanwalt trotzdem, ihn zu kontaktieren. „Wenn eine Verfehlung nachgewiesen wird, können wir zu Schadenersatz verhelfen. Wenn es trotz richtiger Behandlung zu Komplikationen kam, können wir mit dem Entschädigungsfonds die Leiden zwar nicht lindern, aber zumindest die Patienten finanziell unterstützen.“ Ein Spitalskeim wäre so ein Fall, der trotz korrekter Behandlung nie ganz ausgeschlossen werden kann.
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