Anstatt die Preise anzuheben, greifen Lebensmittelhersteller immer öfter zu einem subtileren Trick: Sie verringern – bei gleichbleibendem Preis - die Menge des Produkts. Weil das für Konsumenten oft schwer bis gar nicht erkennbar ist, gibt es heute im Landtag eine Initiative für eine verpflichtende Kennzeichnung.
Gewürzdosen, die nur zu einem Drittel befüllt sind; Schokoriegel, die plötzlich kürzer sind als gewohnt; nur noch drei statt vier Kiwis in der gleich großen Verpackung: Auf der Internetseite des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) tummeln sich Hunderte Beispiele von sogenannter „Shrinkflation“: Hersteller verringern bei gleichbleibendem Preis einfach den Inhalt eines Produkts.
Kritik an „profitabler Masche“
„Weniger ums gleiche Geld. Das ist eine profitable Masche, die weniger auffällt als eine ausgewiesene Preiserhöhung“, sagt die Konsumentensprecherin der Grünen, Ines Vukajlović. Ihre Partei will nun etwas gegen diese „Frotzelei der Kunden“ unternehmen: Sie fordert in der heutigen Landtagssitzung die Landesregierung per Initiativantrag auf, diesbezüglich Druck bei der Bundesregierung zu machen.
So eine Vorgangsweise untergräbt das Vertrauen in die Hersteller. Haben die Kunden den Trick durchschaut, werden sie zu Marken greifen, die nicht tricksen.
Ines Vukajlović, Konsumentensprecherin der oö. Grünen
Konkret verlangen die Grünen eine verpflichtende Kennzeichnung von Füllmengenänderungen, Informationskampagnen zum Thema „Shrinkflation“ und eine Evaluierung der Gesetze im Hinblick auf irreführende Verpackungsgestaltungen.
Kunden sollten Bescheid wissen
Selbstverständlich dürften die Hersteller selbst entscheiden, ob sie weniger Inhalt in gleich großen Verpackungen anbieten, betont Vukajlović. Aber: „Sie dürfen nicht irreführen. Die Kunden müssen wissen, dass sie weniger ums gleiche Geld kaufen und sich eben auch anders entscheiden können.“
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