Israel will seinen Militäreinsatz im Gazastreifen ausweiten und „große Gebiete“ des Palästinensergebiets besetzen. „Große Gebiete“ des Gazastreifens sollten zu „israelischen Sicherheitszonen“ werden. Das sei „der einzige Weg, um den Krieg zu beenden“, erklärte Verteidigungsminister Israel Katz am Mittwoch.
Dabei zählt die Regierung in Jerusalem offenbar auch auf die Hilfe der palästinensischen Zivilbevölkerung, die sich nicht nur zum wiederholten Male aus den „Gefahrenbereichen“ entfernen, sondern auch gegen die Terrororganisation Hamas „aktiv werden“ solle. Katz hatte bereits zuvor gedroht, Israel werde Teile des Gazastreifens dauerhaft einnehmen. Je länger sich die Hamas weigere, Geiseln freizulassen, desto mehr Territorium werde sie an Israel verlieren. Für die Ausweitung der Einsätze im Süden Gazas entsandte das Militär Berichten zufolge eine weitere Einheit.
In den vergangenen Tagen hatte die israelische Armee die Bewohner der südlichen Stadt Rafah und benachbarter Orte aufgefordert, von dort zu fliehen. Nach vielen Monaten des Krieges war am 19. Jänner im Gazastreifen eine Waffenruhe in Kraft getreten. Viele Vertriebene innerhalb des Gebiets kehrten daraufhin in ihre Heimatorte zurück. Mitte März nahm Israel die massiven Angriffe wieder auf, nachdem keine Einigung mit der Hamas auf die Konditionen für eine Verlängerung der Feuerpause erzielt worden war.
Israels Armee begann seitdem auch Bodeneinsätze gegen die Hamas in Rafah, am Samstag weitete sie die Offensive eigenen Angaben nach auf ein zweites Viertel der Stadt aus. Ziel der neuen Bodenoffensive im Gazastreifen ist laut Armee auch die Errichtung einer Pufferzone entlang der Grenzen des Küstengebiets.
Seit Wiederaufnahme der Kämpfe über 300 Kinder getötet
Bei einem israelischen Luftangriff im nördlichen Gazastreifen ist nach palästinensischen Medienberichten eine Klinik des UNO-Palästinenserhilfswerks UNRWA getroffen worden. Mindestens acht Menschen seien bei dem Vorfall in Jabaliya getötet und weitere verletzt worden, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht. Laut WAFA hielten sich im Bereich der Klinik Binnenvertriebene auf.
Seit Wiederaufnahme der israelischen Angriffe im Gazastreifen vor zwei Wochen sind nach UN-Angaben mindestens 322 Minderjährige getötet worden. Mehr als 600 weitere Kinder und Jugendliche seien verletzt worden, hieß es in einer Mitteilung des UN-Kinderhilfswerks UNICEF. „Die meisten von ihnen waren Vertriebene, die in behelfsmäßigen Zelten oder beschädigten Häusern Zuflucht gesucht hatten.“
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