Diebstahl und Hehlerei

1900 Paar ausgemusterte Atomic-Ski selbst verkauft

Salzburg
02.04.2025 15:26

Eigentlich haben die 1900 Paar Ski die Qualitätskontrolle nicht bestanden: Sie hätten entsorgt werden müssen. Doch der dafür zuständige Atomic-Mitarbeiter hat die Ski kurzerhand selbst verkauft: für 50 Euro oder weniger pro Paar. Der Österreicher mit bosnischen Wurzeln gestand die Diebstähle großteils. Mitangeklagt war ein Bulgare (72) wegen Hehlerei.

Der Angeklagte war viele Jahre bei der Ski-Fabrik der Marke Atomic im Pongau beschäftigt. Er war sozusagen „der Müllmann bei Atomic“, wie es Verteidiger Kurt Jelinek bezeichnete und als einziger Mitarbeiter zuständig für die Ausschussware. Ganz nach dem Motto „Gelegenheit macht Diebe“ hat er die Brettln, die den Qualitätsstandards nicht entsprachen, mit nach Hause genommen, statt sie zu entsorgen. „Auch wenn die Ski die Qualitätskontrolle nicht bestanden, sie waren nicht wertlos“, unterstrich Staatsanwalt Florian Weinkamer und erwähnte, dass ein Teil der Ski zufällig in einem Schweizer Lager entdeckt wurden. 

Auch Bindungen und Skispitzen mitgenommen
Insgesamt 1900 Paar soll der 58-Jährige zwischen 2021 und 2024, also über drei Jahre, verkauft haben, heißt es in der Anklage. 300 Paar fand die Polizei in seiner Garage, neben 108 Stück Bindungsplatten und etlichen Skispitzen. Auch ein Bargeldkoffer mit rund 80.000 Euro wurde sichergestellt. Das Geld stamme aber nicht komplett von den Verkäufen, betonte der bislang unbescholtene 58-Jährige und legte beim Prozess am Mittwoch in Salzburg ein Geständnis ab: „Es war eine Dummheit. Ich möchte mich entschuldigen.“ Er behauptete jedoch, dass es nur etwa 1000 Paar Ski waren – und nicht 1900, wie die Anklage annimmt. Und meist habe er weniger als 50 Euro pro Paar bekommen.

Zudem belastete der 58-Jährige seinen bulgarischen Mitangeklagten: „Er wusste, dass ich dort jahrelange gearbeitet habe. Und ich hab ihm gesagt, dass ich Ski von der Firma genommen habe.“ Der mutmaßliche Hehler (72), der nur 250 Euro Pension bekommt, bestritt aber den Vorwurf: „Ich wusste nicht, ob die Ski gestohlen waren. Ich habe auch nicht gefragt, weil es mich nicht interessierte“, erklärte er dem Gericht. 600 Paar soll er laut Anklage einem Schweizer Geschäftsbekannten verkauft haben, den Verkauf an sich bestreitet er nicht. 

Letztlich gab es für beide Angeklagten Schuldsprüche und Bewährungsstrafen: 14 Monate bedingt für den Diebstahl, 8 Monate bedingt für Hehlerei. Zudem muss der 58-Jährige insgesamt 80.000 Euro an seinen Ex-Arbeitgeber zurückzahlen. 

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