Einst die Nummer 20 der Tennis-Welt, nun auf einer der größten Tanzflächen des Landes unterwegs: Stefan Koubek stattete der „Krone“ zusammen mit seiner Tanzpartnerin Manuela Stöckl am Mittwoch einen Besuch ab, sprach über die ORF-Show Dancing Stars, die intensiven letzten Wochen und den Krypto-Verlust im Sommer, als er rund 30.000 Euro verlor.
Ein Patzer bei der ersten Live-Sendung, in Show zwei rausgewählt, dann zurückgeholt, mit Wildcard in die nächste Runde gehievt – Stefan Koubek hat in den ersten Wochen der ORF-Show Dancing Stars schon einiges erlebt. „Es war bislang eine sehr emotionale Zeit, mit Höhen und Tiefen. Aber ich bin froh und dankbar, dass ich eine zweite Chance bekommen habe und weiter tanzen darf.“
Auch, und das freut Koubek besonders, weil ihm die „Konkurrenten“ nach der Verletzung von Kabarettist Fifi Pissecker eine Wildcard gestatteten. „Das war ein tolles Zeichen von ihnen, weil es nicht selbstverständlich ist. Wenn nur einer etwas dagegen gehabt hätte, hätten wir die Wildcard nicht angenommen.“
Wir, das sind Stefan Koubek und seine Tanzpartnerin Manuela Stöckl. Die beiden lernten sich erst im Zuge von Dancing Stars kennen, sind mittlerweile ein eingespieltes Team – das war auch bei ihrem launigen Besuch in der „Krone“-Redaktion zu spüren. „Wir verbringen viel Zeit miteinander, verstehen uns sehr gut und vertrauen uns auf der Tanzfläche“, meint Koubek. Was, gibt der 48-Jährige offen zu, auch für das Privatleben nicht immer einfach ist. „Für meine Lebensgefährtin wäre es einfacher, wenn ich heim komm und sag, die Manuela geht mir nur am Nerv und es macht keinen Spaß – aber ich glaube, dass es unsere Beziehung dadurch noch einmal stärken wird, weil das Vertrauen da sein muss.“
Stöckl lobt: „Er ist motiviert und ehrgeizig“
Die ersten Wochen waren für Koubek hart, nun ist er so richtig am Tanzparkett ankommen. Obwohl der Kärntner eben das in seinem Leben bisher strikt gemieden hat. „Tanzen wollte ich aus Prinzip nie gehen. Als Jugendlicher war ich in Südamerika. Da haben alle Samba getanzt, ich bin mir vorgekommen wie ein Roboter.“ Was Tanzpartnerin Stöckl beim gestrigen Besuch in der „Krone“-Redaktion ein lautes Lachen entlockte. Aber sie lobt: „Er macht sich, es ist jede Woche eine Steigerung da – er ist motiviert und ehrgeizig.“
Nach Rainer Schönfelder und Alexander Pointner hat die 43-jährige Profitänzerin, die zum fünften Mal am ORF-Format teilnimmt, zum dritten Mal einen Sportler als Partner an ihrer Seite. Mit den ersten beiden stand sie jeweils im Finale, mit Schönfelder holte sie gar den Sieg. „Da ist bei mir noch viel zu tun“, lacht Koubek, ehemalige Nummer 20 der Tennis-Welt. „Zu glauben, ich würde einen Tanzbewerb gewinnen, fällt mir noch schwer.“
„Ich will jede Woche genießen“
Doch der Kärntner will, schuftet – mindestens zweieinhalb Stunden am Tag. Mit Tennis hat Tanzen wenig zu tun: „Zum einen bist du nicht allein. Und du hast nur eineinhalb Minuten, musst in denen auf der großen Bühne abliefern – beim Tennis könnte ich den ersten Satz auch 0:6 verlieren, das Spiel dennoch gewinnen.“ Einige Kilo hat der dreifache ATP-Turniersieger abgenommen („Man spürt Muskeln, die man vorher noch nicht kannte“), jetzt hat er Lunte gerochen. „Ich will jede Woche genießen, so lange wie möglich dabei sein – ich würde mich über viele Anrufe freuen.“ Denn: „Mittlerweile, das wäre mir früher niemals über die Lippen gekommen, macht mir Tanzen richtig Spaß.“
Tanzen ist wie eine Sprache lernen, aber jeder Tanz ist eine eigene Sprache. Du lernst also jeden Samstag eine neue Sprache, lernst Vokabeln und Grammatik, irgendwann ist es dann eine Satzbildung.
Profitänzerin Manuela Stöckl
Wiewohl jeder Tanz für sich eine neue Herausforderung ist. „Jede Woche denke ich mir: Wie soll ich das schaffen?“, lacht Koubek. Für Stöckl nachvollziehbar, sie erklärt: „Tanzen ist wie eine Sprache lernen, aber jeder Tanz ist eine eigene Sprache. Du lernst also jeden Samstag eine neue Sprache, lernst Vokabeln und Grammatik, irgendwann Bildest du diese Wörter dann zu Sätzen.“ „Und am Ende ist es ein ganzer Aufsatz“, schmunzelt Koubek, der auch über Dancing Stars hinaus das Tanzbein schwingen wird: „Das habe ich meiner Lebensgefährtin versprochen, aus der Nummer komme ich nicht mehr raus.“
„Habe mich geniert“
Für Themen abseits des Tanzparketts bleibt aktuell kaum Zeit. „Ich schaue mir die Tennisergebnisse an, merke sie mir aber nicht – ich habe nur noch die Schrittfolgen im Kopf“, scherzt der Kärntner. Auch sein folgenschwerer Krypto-Verlust im Sommer ist nicht mehr täglich präsent. Koubek fiel damals auf Betrüger rein, verlor rund 30.000 Euro. „Es war ein Schock. Es geht weniger um das Geld, natürlich auch, aber viel mehr um die eigene Dummheit. Ich habe mich geniert.“ Dass er damit an die Öffentlichkeit ging, soll „zeigen, dass es alle treffen kann.“ Nun ist es abgehakt, zählt nur der Tanz – am Freitag zeigt das „Paar 07“ einen Tango zur Musik von Rainhard Fendrich.
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