Die Sozialen Medien sind seit Jahren eine ganz besondere Herausforderung für Jugendliche. Hass, Mobbing und Gewalt werden befeuert. Der Algorithmus der Apps sorgt dafür, dass eine Flut an ähnlichen Video auf die Nutzer einprasseln. Ein Experte fordert nun ein Europa-TikTok.
Eine aktuelle Umfrage der OECD zeigt, dass nur sechs von zehn Jugendlichen Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen, bevor sie diese in den sozialen Medien teilen. Damit liegt man deutlich unter dem Durchschnitt in Europa. Experten fordern deshalb schon lange, dass mehr in Sachen Aufklärung und Prävention gemacht werden müsse. „Kinder- und Jugendschutz bedeutet auch, jungen Menschen Sicherheit im digitalen Raum zu geben“, sagt Jugendlandesrat Michael Lindner (SPÖ) anlässlich einer Fachtagung der Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJa) zum Thema Digitalisierung und (De)-Radikalisierung in Linz.
Entwicklung verschlafen
Dorthin kommen auch Experten, wie Kenan Dogan Güngör, der auch Europa gefordert sieht. „Wir haben es leider verschlafen, eigene Soziale Medien zu entwickeln, dabei wäre das wichtig, vor allem was die Kontrolle betrifft“, sagt er. Denn TikTok und Co. würden sich nur sehr ungern in die Karten schauen lassen, vor allem wenn es um die Algorithmen geht und die sorgen dafür, dass junge Menschen oft in eine Spirale aus Hass und Gewalt gezogen werden, was zu Radikalisierung führen kann.
Digitale Kompetenzen stärken
Christine Winkler-Kirchberger von der KiJa sieht deshalb die Stärkung der digitalen Kompetenzen als eine der wichtigsten Aufgaben, um junge Menschen mit dem nötigen Rüstzeug für die Herausforderungen der digitalen Welt auszustatten. Das alles würde aber nicht ohne die Eltern gehen, die eigentlich als gutes Beispiel etwa in Sachen Bildschirmzeit vorangehen sollten, stellt Michael Lindner klar.
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