Trotz massiver Proteste der Bevölkerung hält das Land am bemauteten Fernpass-Scheiteltunnel fest. Fritz Gurgiser und seine Mitstreiter vom Transitforum initiieren nun eine Unterschriftenaktion. „Die Bürgerinnen und Bürger entlang der Strecke werden von der Landespolitik einfach ignoriert“, wettert Gurgiser.
„Lärm-, stau- und mautfrei sei kein Wunsch an den Osterhasen, sondern ein Rechtsanspruch auf Entlastung für Jung und Alt, die an diesen hochbelasteten Bundesstraßen in den Bezirken Reutte, Imst und Landeck von den nördlichen zu den südlichen Staatsgrenzen führen. Und kein Unrechtsanspruch auf Belastung, wie es die Landesregierung plant!“
Das war am Mittwoch in Reutte die Kernbotschaft von Fritz Gurgiser (Transitforum Xunds Leben) an die Anrainerschaft, „deren berechtigte Anliegen seit Jahrzehnten ignoriert wurden, und an Behörden und Politik, dem Recht Vorrang vor Unrecht zu geben“. Seit 30 Jahren steigt am Fernpass die Verkehrsbelastung.
Das ist so, als würde jemand sein Eigenheim 20 Jahre vergammeln lassen und dann ein zweites bauen, um mit den Mieten das vergammelte Haus zu sanieren.
Fritz Gurgiser
Bild: Birbaumer Christof
„Behörden müssen für Sicherheit sorgen“
„Deshalb starten wir nun in den Anrainergemeinden unsere Unterschriftenaktion – verbunden mit der persönlichen Information mit dem Flyer ,Hinter mir die Transitflut’. Die Behörden sind nämlich verpflichtet, die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs vollumfänglich aufrecht zu halten und Gefahren und Belästigungen fernzuhalten. Dies gilt von Staatsgrenze zu Staatsgrenze und an 365 Tagen im Jahr für 24 Stunden“, so Gurgiser vor zahlreichen Unterstützern, die täglich mehr werden. Das einstige Motto „Verkehr ist Leben“ habe sich längst ins Gegenteil verkehrt.
Entlastung von Tarrenz und Obsteig
Das glasklare Nein zum mautpflichtigen (!) Fernpass-Scheiteltunnel ist gleichzeitig mit einem klaren Ja zur Sanierung des Lermooser Tunnels verbunden. „Der gehört rasch saniert, das wissen wir aber nicht erst seit gestern, sondern schon seit 20 Jahren. Weiters gehört der Fokus auf die tatsächliche langfristige Entlastung der Gemeinden Tarrenz und Obsteig gelegt, die ebenso lange mit vielen leeren Versprechen in der Verkehrszange gehalten werden. Das ist eine vorrangige Aufgabe der Landesbaudirektion. Und nicht mit aller Gewalt den Ausbau und die Beschleunigung zu planen. Dadurch wird keine einzige Gemeinde entlastet.“
„Land hat Lermooser Tunnel vergammeln lassen“
In Zusammenhang mit der Sanierung des Lermooser Tunnels wirft er dem Land Fahrlässigkeit vor: „Das ist so, als würde jemand sein Eigenheim 20 Jahre vergammeln lassen und dann ein zweites bauen, um mit den Mieten das vergammelte Haus zu sanieren. Finanzielle Vorsorge gilt im privaten und betrieblichen Bereich, sie hat noch weit mehr im politischen Bereich zu gelten, wo es um die Verwendung von zwangsweise eingehobenen Steuern und Abgaben geht!“
Große Verwunderung über Aufsichtsrat-Besetzung
Für Debatten sorgte auch die Bestellung des Aufsichtsrates der Fernpass-Gesellschaft. In diesem fünfköpfigen Gremium sitzen laut TT drei hochrangige Landhaus-Beamte und eine VP-Funktionärin aus dem Bezirk Imst. Platz Nummer 5 wurde an Biberwier vergeben. Diesen Sitz begehrt aber auch die Gemeinde Nassereith – laut Nassereiths Bürgermeister Herbert Kröll habe ihm das LH Anton Mattle versprochen. Der Sitz der Fernpass-Gesellschaft ist übrigens nicht in Nassereith oder Biberwier, sondern im Landhaus. Maßnahmen, die sicher nicht zur Vertrauensbildung beitragen. Ganz im Gegenteil: Der Widerstand wird mit Tag zu Tag größer!
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