Die Grazer Neue Galerie präsentiert Arbeiten des 2023 verstorbenen Ausnahmemalers Wolfgang Hollegha aus seinen letzten Jahren und bislang selten bis nie gezeigte Bilder in einer sehenswerten Schau.
Bei der ersten großen, chronologisch angelegten Personale Wolfgang Holleghas 2016 in der Neuen Galerie wurde die Idee zu dieser Ausstellung geboren. Denn der Ausnahmemaler, dem die Interpretation seiner Werke nie ein großes Anliegen war, hatte das Bedürfnis entwickelt, seine Werke zu erklären – sich selbst und dem Betrachter. Gezeigt werden sollten ganz neue oder nie ausgestellte Bilder. Sie sind jetzt unter dem Titel „Es gibt allerdings Unaussprechliches. Der Maler Wolfgang Hollegha“ zu sehen.
Kraftvoll bis zuletzt
Trotz seines hohen Alters – Hollegha starb im Dezember 2023 mit 95 Jahren – war er ungemein produktiv. Nur ganz zuletzt fehlte ihm die Fähigkeit, seine Motive mit großzügigen Gesten und körperlichem Aufwand auf die großformatigen Leinwände zu bringen. Eine Corona-Erkrankung hat ebenso dazu beigetragen, wie der Tod seiner Frau Edda im Jahr 2020. Doch die Aussicht auf diese Ausstellung hat ihn zu intensiven Zeichnungen im etwas kleineren Format motiviert. Seine letzten Gemälde stammen aus dem Jahr 2019. Und sie haben nichts von ihrer einnehmenden Kraft verloren.
Früher internationaler Erfolg
Hollegha war mit seinen farbintensiven Großformaten bereits in den 1960er-Jahren international erfolgreich. Clement Greenberg lud ihn 1959 nach New York ein, wo er auf Künstler wie Morris Louis, Helen Frankenthaler oder Barnett Newman traf – mit denen er auf Augenhöhe agierte. Einzig die Einordnung seiner Bilder als „letzte Möglichkeit der Malerei“ und die Feststellung, sie seien keine Bilder mehr, gefiel ihm nicht. Für ihn waren sie das sehr wohl, sie öffneten Räume und zeigten Gegenstände.
Zeichnungen als Training
Faszinierend sind auch jene Arbeiten, in denen Zeichnung und Gemälde zusammenfließen, mit denen er quasi den Schwung für seinen Farbauftrag trainierte. Mit dieser Schau führt Kurator Günther Holler-Schuster bis 2. November tief in die Schaffenswelt eines der eindrucksvollsten Maler unserer Zeit.
Im März 2026 ist sie auch im Reinhard Ernst Museum in Wiesbaden zu sehen, dort treffen Holleghas Bilder dann wieder auf jene der amerikanischen Nachkriegsmalerei.
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