Prozess in Graz

Blutjunge Bande sorgte in Graz für Schrecken

Steiermark
02.04.2025 16:49

Einem Mädchen brachen sie die Nase, anderen raubten sie Geld, Handy und erpressten weitere Opfer. Fünf Täter standen nun vor Gericht – vier Burschen und ein Mädchen. 

Raub, Nötigung, Erpressung, schwere Körperverletzung – Delikte, die schwerwiegende Folgen mit sich ziehen. Umso erschreckender, dass ausgerechnet fünf Jugendliche im zarten Alter von 15 bzw. 16 Jahren vor dem Schöffensenat in Graz sitzen (Vorsitz Verena Oswald). Zum Teil waren sie in konkurrierenden Jugendgangs unterwegs und trafen zum Beispiel am Jakominiplatz in Graz aufeinander.

So auch Anfang Jänner 2024: „Ein Mädchen hat mich provoziert und geschupft, daraufhin hab ich ihr die Nase gebrochen“, gibt ein zum Tatzeitpunkt noch 14-Jähriger aus dem Irak zu. Die Tat wurde auch gefilmt. „Ich hab’ dann einfach schwarz gesehen. Jetzt mache ich das nicht mehr, ich habe mich verändert“, beteuert er. „Das haben Sie einem anderen Strafrichter auch schon erzählt. Und jetzt sitzen Sie schon wieder da“, wundert sich Frau Rat.

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Wie machen Sie das in Zukunft, wenn Sie wieder einmal schwarz sehen? Konflikten kann man nicht immer aus dem Weg gehen.

Vorsitzende Richterin Verena Oswald

Erstkontakt mit dem Strafgericht hat eine 15-jährige Steirerin. Sie riss dem Mädchen, das die Wahnsinns-Aktion gefilmt hat, das Handy aus der Hand und lieferte sich dann eine Rangelei mit ihr, soll ihre Gegnerin sogar am Weggehen gehindert und zu Boden gedrückt haben. „Es war halt eine Rauferei, meine Zahnspange war kaputt und ein paar Haare hab’ ich verloren“, spielt sie den Vorfall herab.

Diversionen und Verurteilungen
Auch ihre zum Teil schon einmal verurteilten Kumpanen haben einiges am Kerbholz. So zerrten sie einen Wehrlosen in eine KFZ-Waschbox und rissen ihm Kappe und Kette herunter. Die Utensilien wollten sie dann verkaufen. Ein anderes Opfer erpressten sie, es solle 30 Euro zahlen, weil es die Mutter eines Täters beleidigt hätte. Andernfalls würde man ihm weh tun. Weil sich das unschuldige Opfer so bedroht fühlte, wollte es den Geldbetrag dennoch zahlen.

Das alles war nur ein Auszug aus dem kriminellen Repertoire der Bande. Am Nachmittag fielen die Urteile: Die Erstangeklagte wurde zum Teil freigesprochen und erhielt eine Diversion, drei Burschen bekamen Haftstrafen zwischen vier und neun Monaten bedingt sowie teilweisen Geldstrafen, ein weiterer muss zur Bewährungshilfe und bekam Weisungen auferlegt. Nicht rechtskräftig!

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