Die jüngst entdeckten römischen Artefakte in Rainbach im Mühlkreis in Oberösterreich sind nicht die einzigen Raritäten, die sich in unseren Böden verstecken. Warum für Sondengeher aber besonderes Fingerspitzengefühl gefragt ist, erklärt eine Archäologin.
Man glaubt kaum, welche Schätze unter uns schlummern. Eine römische Glocke und einen Stift, vermutlich eine Gewand-Fibel, fand Sondengeher Siegfried Bauer (56) kürzlich in Rainbach im Mühlkreis (wir berichteten).
Mehr als 50 „Schätze“ gemeldet
Hobbyforscher entdecken zunehmend mehr Raritäten in unserem Bundesland. 2015 wurden beim Bundesdenkmalamt noch 15 Funde aus Oberösterreich gemeldet, 2018 waren es dann schon 40 – und 2021, dem letzten Jahr, aus dem die Aufzeichnungen fertig sind, wurden 52 „Schätze“ gemeldet. Der wohl spektakulärste stammte damals ebenfalls aus Rainbach, als eine Familie bei Umbauarbeiten im Fundament ihres Bauernhofes auf 6000 Münzen aus dem Spätmittelalter stieß. Das Landesmuseum kaufte den Findern die Silberlinge um mehr als 10.000 Euro ab.
Das Rundherum ist für die Wissenschaft wichtig
So verlockend die Jagd nach Schätzen auch ist, beim hobbymäßigen Ausgraben ist Fingerspitzengefühl gefragt. „Es geht nicht nur um das Objekt, sondern um den Kontext, in dem es gefunden wurde. War das ein Grab, sind noch Scherben dabei, sind noch organische Reste dabei?“, nennt Jutta Leskovar, Leiterin der Ur- und Frühgeschichte beim oberösterreichischen Landesmuseum, Beispiele. Diese Informationen sind für Archäologen wichtig, um weitere Forschungen anstellen zu können.
„Wenn man in einer grünen Wiese ein Loch macht und ein Metallobjekt herausholt, dann bringt man den Kontext durcheinander“, sagt Leskovar, die aber betont: „Es gibt viele Heimatforscher in unserem Bundesland, die wertvolle Arbeit leisten.“
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