Wie sich Trockenheit auf Wintergetreide auswirkt und wie es sich vom Sommergetreide unterscheidet, weiß Experte Erich Roscher.
Als einen der trockensten Winter der letzten drei Jahrzehnte bezeichnet Erich Roscher, Leiter des Referates für pflanzliche Produktion in der Landwirtschaftskammer, die heurige kalte Jahreszeit. „Für das Wintergetreide, das im Herbst angebaut wird, ist die Trockenheit nicht optimal. Denn eine Schneedecke dient eigentlich als Schutzschicht und sorgt für Feuchtigkeit, doch die ist ja heuer ausgeblieben“, sagt Roscher.
Bestände würden wegen der derzeitigen Wetterlage zum Teil schwächer austreiben. Deshalb brauche es Maßnahmen, um entgegenzuwirken. „Die Feld-Andüngung mit beispielsweise Mist oder Gülle erfolgt dann meist früher als in einem guten Jahr. Durch die frühe Nährstoffgabe wird der Bestand gestärkt und es können bis zur Tag- und Nachtgleiche zusätzliche Triebe gebildet werden“, erklärt der Experte. Im Juni und Juli kann das Wintergetreide dann geerntet werden.
...unter den Wintergetreidearten hierzulande der Winterweizen, der Winterroggen, die Wintergerste und die Wintertriticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) bedeutend sind?
Typische Sommergetreide sind Hafer, Sommergerste, Mais und in geringem Umfang auch der Sommerweizen.
„Durch die längere Vegetationszeit und die Nutzung der Winterfeuchtigkeit erbringen die Wintergetreidearten, die eben einen ausgiebigen Kältereiz benötigen, höhere Erträge als die Sommergetreide – sofern die Bedingungen passen“, erklärt Roscher weiter.
Das Sommergetreide wird im Juli und August geerntet. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr, die Vegetationszeit ist somit deutlich kürzer. „Die Niederschläge der letzten Wochen haben uns außerdem in die Karten gespielt, der Bodenspeicher war bereits sehr leer, also der Boden trocken, was für einen Anbau nicht optimal ist.“
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