Der Austroisraeli Tal Shoham ist nach 16-monatiger Gefangenschaft in den Fängen der Hamas-Terroristen und seiner Freilassung Ende Februar erstmals wieder in Österreich. Ex-Kanzler Karl Nehammer lud die ehemalige Geisel samt Familie bei sich zu Hause zum Essen ein – und servierte einen heimischen Klassiker.
Familie Nehammer kochte für Tal Shoham, seine Ehefrau Adi und seine Kinder in seinem Zuhause in Wien-Hietzing auf. Sohn Naveh und Tochter Yahel hatten sich Schnitzel gewünscht – und dieser Bitte wurde gerne nachgekommen. Das Abendessen im privaten Rahmen war auch ein Dankeschön für den Einsatz des ehemaligen Bundeskanzlers für die Freilassung des 39-Jährigen.
Bei einem knusprigen Schnitzel darf natürlich auch die Beilage nicht zu kurz kommen. Zur panierten Köstlichkeit wurde „Gurkensalat à la Ex-Kanzler“ gereicht.
Austroisraeli musste zwei Leidensgenossen zurücklassen
Shoham war am Mittwochabend auch in der „ZiB 2“ zu Gast. Er sprach im Interview mit Armin Wolf von gemischten Gefühlen nach seiner Freilassung – neben seiner Erleichterung sei er auch traurig, dass er „zwei neue Brüder“ zurücklassen musste. Zwei seiner Leidensgenossen seien immer noch in Gefangenschaft der Hamas – mit diesen war er auf wenigen Quadratmetern in den Tunnelanlagen im Gazastreifen eingesperrt gewesen.
Sein „Geheimnis“, die Tortur zu überstehen, sei es gewesen, nicht an den nächsten Tag, die nächste Woche oder den nächsten Monat zu denken. Sie hätten in der Gefangenschaft nicht entscheiden können, wie viel zu essen, zu trinken oder wie viel Sonnenlicht sie bekommen. Jedoch hätte er entscheiden können, wie er damit umgehe, so die tapfere ehemalige Geisel. Shoham habe die lange Zeit in Gefangenschaft beispielsweise mit Kartenspielen verbracht – die Spielkarten hätten über die vielen Monate die Farbe verloren, sodass sie Symbole draufzeichnen hätten müssen.
Bemühungen aus Österreich rührte Israeli zu Tränen
Getrennt von seiner ebenfalls verschleppten Familie habe er erst am 50. Tag seiner Gefangenschaft erfahren, dass es seiner Frau und Kindern gut gehe. Erst in der zweiten Woche nach seiner Freilassung sei ihm erzählt worden, dass sich auch die österreichische Politik intensiv um seine Freilassung bemüht habe. Das habe ihn sehr bewegt – und zu Tränen gerührt.
Er habe trotz seines Martyriums kein Verlangen, sich am palästinensischen Volk zu rächen, erklärte Shoham weiters. Er bedaure die zivilen Opfer unter den Palästinensern. Aber er betonte auch, dass der Hamas das Leid des eigenen Volkes komplett gleichgültig sei. Das liege an ihrem Glauben, nach dem Tod als Märtyrer einen hohen Stellenwert einzunehmen.
Er habe früher geglaubt, dass Israeli und Palästinenser friedlich nebeneinander leben können – und das glaube er immer noch. Er denke jedoch, dass es noch einige Zeit brauche, bis das möglich sei.
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