US-Präsident Donald Trump hat am „Tag der Befreiung“ sogenannte reziproke Zölle für verschiedene Länder – oder wie er sagte: „die ganze Welt“ – angekündigt, mit denen er „Amerika wieder reich machen“ will. Auch auf der langen Zoll-Liste zu finden: die EU. Für die „toughen Verhandler“ der Europäischen Union soll es 20 Prozent setzen.
Die Zoll-Idee sei eigentlich so simpel, sagte Trump am Mittwoch bei seiner Rede im Rosengarten des Weißen Hauses, „aber ich bin froh, dass niemand auf die Idee gekommen ist. Weil jetzt ist es meine Idee.“ Die Maßnahmen, die nun dazukommen, richten sich gegen „Freund und Feind“, wobei „der Freund, wenn es um Zölle geht, manchmal schlimmer ist als der Feind“, so der Präsident, bevor er den großen Ankündigungsreigen – und damit wohl den Handelskrieg – eröffnete.
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Nicht in Trumps Rede, aber im US-Bundesanzeiger: Zölle auf Bier
Zuvor hatte das Handelsministerium die Zölle auf alle Bierimporte im US-Bundesanzeiger im Rahmen einer Erweiterung von bereits angekündigten Aufschlägen auf Aluminiumprodukte bekannt gegeben. Auch leere Alu-Dosen werden von den Maßnahmen erfasst, die wie die US-Autozölle ebenfalls ab Freitag um 0.01 Uhr US-Ostküstenzeit gelten sollen. Ob auch Bierimporte in Glasflaschen betroffen sind, ist nicht bekannt. In dem Dokument ist der allgemeine Zollcode für „Bier aus Malz“ aufgelistet, ohne einen Untercode etwa für Bierimporte in Glasflaschen.
USA importieren deutsches Bier im Wert von 70 Millionen Dollar
Die Maßnahme wäre ein erheblicher Schlag für Bierimporte, die laut Daten des US-Statistikamtes im Jahr 2024 mehr als 7,5 Milliarden Dollar (6,95 Mrd. Euro) betrugen. Die mit Abstand meisten Einfuhren kamen dabei aus Mexiko mit 6,3 Milliarden Dollar, gefolgt von den Niederlanden mit 683 Millionen Dollar, Irland mit 192 Millionen Dollar und Kanada mit 73 Millionen Dollar. Importe aus Deutschland machten 70,3 Millionen Dollar aus.
Wie die US-Zölle Österreich betreffen
Spezielle Zölle galten bisher schon gegenüber allen Lieferungen aus China (20 Prozent), gegenüber Mexiko sowie Kanada waren sie ausgesetzt. Bereits in Kraft sind Abgaben auf Stahl und Aluminium von 25 Prozent. Diese treffen in Österreich vorwiegend die Voestalpine sowie den Alukonzern Amag. Beide liefern allerdings Spezialprodukte, etwa für Eisenbahnen oder Flugzeuge. Dort sind sie schwer ersetzbar, sodass ihre Kunden die höheren Preise wahrscheinlich großteils bezahlen werden. Massive Einbrüche drohen hingegen beim US-Export von Autozulieferern bis Winzern. Hier sind die USA ein wichtiger Abnehmer.
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