Mehrere Streifen mit Folgetonhorn und Blaulicht versuchten am Sonntag, einen Flüchtigen in Kärnten zu stoppen – vergeblich. Für den 40 Jahre alten Mann endete die Verfolgungsjagd tödlich.
Der tragische Fall ereignete sich bereits am Sonntag: Gegen 19.30 Uhr fuhr ein 40 Jahre alter Mann aus dem Bezirk Spittal an der Drau mit einem Klein-Lkw auf der B106 Mölltal Straße. Er war in Richtung Möllbrücke unterwegs, als er von der Polizei aufgehalten wurde – Alkotest. Weil der Vortest positiv war, wollten die Beamtin und der Beamte der Polizeiinspektion Obervellach auch einen Test mit Alkomaten durchführen.
Anhalteversuche missachtet
Dazu kam es jedoch nicht: Der 40-Jährige ergriff die Flucht und düste auf der B106 in Richtung Möllbrücke davon. Die Polizisten nahmen sofort die Verfolgung auf – mit Blaulicht und Folgetonhorn fuhren sie dem Mann nach und alarmierten weitere Streifen. Mit weit überhöhter Geschwindigkeit raste der Lenker durch das Gemeindegebiet von Lurnfeld, Anhalteversuche einer anderen Streife ignorierte er.
Flüchtender wurde zu Geisterfahrer
Erst im Bereich Pusarnitz gelang es einer Streife dann, den Klein-Lkw zu überholen – zu diesem Zeitpunkt fuhr eine Streife vor und eine hinter dem Flüchtenden. Davon ließ sich der Mann nicht abschrecken, er fuhr nach links über eine Verkehrsinsel auf die Gegenfahrbahn und weiter auf die Abfahrt des Autobahnzubringers Lendorf. Als Geisterfahrer fuhr er auf die Autobahn in Richtung Seeboden auf. Auch hier folgte ihm die Streife – weiterhin mit eingeschaltetem Blaulicht und Folgetonhorn: „Ziel war es, entgegenkommende Verkehrsteilnehmer zu alarmieren und zu warnen“, erklärt Werner Pucher von der Landespolizeidirektion Kärnten.
Auf Fahrzeuge zugerast
Mit 180 Kilometern pro Stunde donnerte der 40-Jährige auf einer Strecke von etwa eineinhalb Kilometern direkt auf drei entgegenkommende Fahrzeuge zu. Im letzten Moment konnten diese Fahrer auf den Pannenstreifen ausweichen – aufgrund der Warnung durch Blaulicht und Folgetonhorn.
Ein Pkw touchierte im Zuge dessen die Leitschiene, während der Lenker des Klein-Lkw seine Flucht fortsetzte. Im Bereich der Autobahnabfahrt Seeboden und der Kreuzung zur B98 Millstätter Straße nahm sie eine schreckliches Ende: Der Lenker kollidierte mit der dort befindlichen Steinmauer und wurde durch den Aufprall tödlich verletzt.
Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder von Suizidgedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.
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