Haben Sie heute schon ihr Aktien-Depot überprüft? Der neue Zoll-Wahnsinn aus den USA lässt die Börsen heftig abstürzen. Experten fürchten ein Ende des freien Handels, wie wir ihn kennen ...
Anleger werden jetzt leiden! Die europäischen Leitbörsen haben am Donnerstag nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump deutlich nachgegeben. Mit massiven Abgaben haben sie den Handel am Donnerstag bestritten. Besonders unter Druck standen dabei die Aktienbarometer an der Technologiebörse Nasdaq. Aber auch an der New York Stock Exchange (NYSE) sorgte das am Vortag angekündigte Zollpaket der neuen US-Administration für starke Kursabgaben.
Auch der asiatische Markt erlebte ein wahres Gemetzel. Der Euro-Stoxx-50 und der DAX fielen auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Ein Ende scheint nicht in Sicht. Der ATX verlor am Nachmittag ebenfalls 2,7 Prozentpunkte.
Der Handelskrieg ist „in vollem Gange“
Unter Experten ist man sich im Großen und Ganzen einig über die negativen Folgen der Zollpolitik der Vereinigten Staaten. „Die geplanten Maßnahmen übertreffen die schlimmsten Befürchtungen“, kommentierte beispielsweise Chef-Volkswirt Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Er sieht einen globalen Handelskrieg „in vollem Gange“.
Stephen Dover, Marktstratege bei Franklin Templeton, sprach vom Ende der Freihandelsära. Die Zölle von Trump seien insgesamt viel höher als erwartet. Die Börsen reagierten darauf weltweit mit hohen Verlusten.
US-Firmen leiden ebenfalls
Amerikanische Firmen wie Nike, die vor allem im Ausland produzieren, rutschten derweil ins Bodenlose. Speziell die Textilbranche ist von den allgemeinen Zöllen enorm betroffen. Das hat mit der merkwürdigen Zoll-Berechnungsmethode der USA zu tun. Die Aktien des US-Giganten haben am Donnerstag seit Handelsbeginn bereits rund 13 Prozent an Wert verloren. Andere Kultmarken wie Levi Strauss schmieren ebenfalls ab.
Bereits vor Trumps neuer Ankündigung lief es an US-Börsen schlecht:
Ökonomen weltweit reagieren mit Entsetzen auf die scheinbar willkürliche Ansetzung der Tarife, die anders als angekündigt nicht auf Zöllen auf US-Importe basieren. Also wechselseitig funktionieren. Vielmehr stützen sich die Berechnungen auf einen Faktor, der Trump seit Langem umtreibt: das Handelsdefizit der USA gegenüber anderen Ländern – also der Unterschied zwischen Exporten und Importen.
Kurz: Je höher die Nachfrage bei US-Amerikanern, desto höher sind die Einfuhrzölle. Aus dem Weißen Haus heißt es auf Kritik lediglich im Stile Nordkoreas: „Präsident Trumps mutige Handelsmaßnahmen sorgen für Lob.“
Für die Europäische Union heißt das, dass Exporte ihrer Mitgliedsländer in die Vereinigten Staaten ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden. Importe aus Großbritannien sollen mit 10 Prozent besteuert werden und jene aus der Schweiz mit 31 Prozent.
Gold bleibt weiter stabil
Sichere Anlagehäfen wie Gold und Staatsanleihen werden hingegen gekauft. Zuletzt erreichte der Goldpreis immer neue Rekordhöhen – den letzten Preisrekord knackte das Edelmetall in der Nacht auf Donnerstag. Staatsanleihen profitieren auch von den Erwartungen, dass die Notenbanken mit Leitzinssenkungen auf die konjunkturellen Folgen der Zölle reagieren könnten. Die Renditen an den Anleihemärkten kamen dementsprechend zurück.
An den europäischen Aktienmärkten reagierten Banken mit deutlichen Abschlägen. Die europäischen Geldhäuser hatten in den vergangenen Jahren von den höheren Zinsen in der Eurozone profitiert. Sehr schwach zeigten sich auch Technologie-, Industrie sowie Grundstoffwerte.
Zuwächse gab es bei Papieren von Unternehmen, die als Profiteure von niedrigeren Zinsen gelten. Unter den klaren Gewinnern des neuen Zoll-Wahnsinns des „New Yorker Baumeisters“ Trump fanden sich daher Immobilien- und Versorger-Aktien wieder.
Das chinesische Handelsministerium forderte Washington auf, die neuen Zölle „sofort zurückzunehmen“ und warnte, dass sie „die globale wirtschaftliche Entwicklung gefährden“ und den Interessen der USA und internationalen Lieferketten schaden würden. Es rief zum Dialog auf und fügte hinzu: „Es gibt keinen Gewinner in einem Handelskrieg, und es gibt keinen Ausweg für Protektionismus.“
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