Nächster Tiefschlag

Zölle bremsen heimische Wirtschaft noch weiter aus

Wirtschaft
03.04.2025 12:30

Trumps Zollkeule wird auch in der heimischen Wirtschaft ordentliche Spuren hinterlassen. Wie das Institut für Höhere Studien am Donnerstag mitteilte, reduziert sich das heimische Wirtschaftswachstum dadurch um weitere 0,2 Prozent.

Das neue Zollpaket von US-Präsident Donald Trump wird den Wirtschaftsabschwung heuer in Österreich voraussichtlich vertiefen. Die Zölle würden das Wirtschaftswachstum hierzulande 2025 und 2026 um rund 0,2 Prozentpunkte verringern, geht aus einer ersten vorläufigen Schätzung des Instituts für Höhere Studien (IHS) hervor. Vergangene Woche hatte das IHS für Österreich im Jahr 2025 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent prognostiziert.

Mit den neuen US-Zöllen wird sich der erwartete Rückgang des heimischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) heuer laut vorläufiger IHS-Modellrechnung auf 0,4 Prozent belaufen. Ein stärkerer Rückgang der Wirtschaftsleistung lässt auch das staatliche Budgetdefizit steigen. Nicht nur die US-Zölle, sondern auch die Abkühlung der Weltwirtschaft treffe Österreich, sagte der IHS-Außenhandelsökonom Klaus Weyerstrass zur APA. Der Weltwährungsfonds prognostizierte im Jänner noch ein Wachstum der Weltwirtschaft 2025 von 3,3 Prozent. Weyerstrass erwartet durch die US-Zölle heuer um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte geringeres Weltwirtschaftswachstum und 2026 um 0,5 Prozentpunkte weniger Wachstum weltweit.

Mögliche Warenschwemme aus Asien wegen US-Zollpaket
In Europa erwartet der IHS-Außenhandelsökonom „kaum“ einen Effekt auf die Inflationsrate. Einen weiteren negativen wirtschaftlichen Impact für Europa werde es aber durch die Umleitung von Warenströmen durch die US-Zollpolitik geben, etwa eine zusätzliche Warenschwemme aus Asien. Für die USA rechnet Weyerstrass mit einer höheren Inflationsrate und einem geringeren Wirtschaftswachstum durch weniger Konsum und verunsicherte Konsumenten. Das von US-Präsident Trump verkündete Zollpaket würde den durchschnittlichen US-Zollsatz auf das höchste Niveau seit den 1940er-Jahren heben, verwies der IHS-Außenhandelsökonom auf Daten der US-amerikanischen Tax Foundation.

wiiw: Rezession wird sich vertiefen
Auch aus Sicht des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) wird die Verschärfung der US-Zollpolitik die österreichische Wirtschaft hart treffen. „Zu erwarten ist, dass sich die Rezession vertiefen wird“, sagte der wiiw-Handelsökonom Robert Stehrer im Gespräch mit der APA. Mit Zöllen von 20 Prozent würden die EU-Ausfuhren in die USA sinken, was auch die österreichischen Exporteure beeinträchtigen werde. „Das ist inmitten des Negativwachstums ein weiterer Schlag für die Wirtschaft.“

Derzeit machen die EU-Ausfuhren in die USA laut Stehrer rund 7 Prozent der europäischen Gesamtexporte aus. Für die österreichischen Produzenten stelle sich damit die Frage, ob sie andere Absatzmärkte für ihre Produkte finden könnten. Auf die Inflation in der Europäischen Union dürften die US-Maßnahmen allerdings keinen negativen Einfluss haben. „Wenn wegen der Zölle versucht wird, Produkte verstärkt in Europa abzusetzen, dürfte dies sogar eher inflationsdämpfend wirken“, so der wissenschaftliche Leiter des wiiw.

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