Welt in Schockstarre

Habeck vergleicht US-Zölle mit Russlands Angriff

Außenpolitik
03.04.2025 13:25

Donald Trump hat mit seinen Zoll-Ankündigungen auf ausländische Produkte die Welt in eine Schockstarre versetzt. Zahlreiche Regierungschefs und Wirtschaftsforscher befürchten nun, dass ein totaler Handelskrieg ausbricht. Deutschlands Wirtschaftsminister Robert Habeck verglich die US-Zölle gar mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine.

Die Entscheidung der USA vom Vorabend sei durchaus vergleichbar „mit dem Beginn der Amtszeit, nämlich mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine und der drohenden Gasmangellage“, sagte Habeck in Berlin. Es handle sich um die disruptivsten Zollerhöhungen seit 90 Jahren. Die Darstellung von US-Präsident Donald Trump, wonach die Vereinigten Staaten in ihren Handelsbeziehungen übervorteilt werden, sei falsch, betonte Habeck.

US-Präsident Donald Trump will das Handelsdefizit seines Landes mit massiven Zöllen auf Produkte aus dem Ausland bekämpfen. Die Maßnahmen könnten sich als Bumerang für die USA und die Weltwirtschaft erweisen. (Bild: AP/Mark Schiefelbein)
US-Präsident Donald Trump will das Handelsdefizit seines Landes mit massiven Zöllen auf Produkte aus dem Ausland bekämpfen. Die Maßnahmen könnten sich als Bumerang für die USA und die Weltwirtschaft erweisen.

Ungleiche Verteilung „innenpolitisches Problem der USA“
„Die Globalisierung bedeutet, dass wir arbeitsteilig auf der Welt vorgehen und so insgesamt gewinnen. Und einer der größten Globalisierungsgewinner ist die USA.“ Die USA hätten in den vergangenen Jahre deutlich höhere Wachstumsraten gehabt als Europa. „Dass sie das in ihrem Land nicht gerecht verteilen, ist ihr innenpolitisches Problem, aber es ist einfach falsch.“

Scholz: „Es wird nur Verlierer geben“
Deutschlands Kanzler Olaf Scholz bezeichnete die neuen US-Zölle als „grundfalsch“ und als „Anschlag“ auf die weltweite Handelsordnung. „Die gesamte Weltwirtschaft wird unter diesen undurchdachten Entscheidungen leiden“, sagte der sozialdemokratische Politiker. Die US-Regierung beschreite einen Weg, an dessen Ende es nur Verlierer geben werde. Zugleich betonte Scholz, dass die EU als größter Wirtschaftsraum mit 450 Millionen Bewohnern zeigen werde, dass sie „starke Muskeln“ habe. Sie werde „geschlossen und einheitlich“ reagieren. 

EU bereitet Gegenmaßnahmen vor, bleibt aber gesprächsbereit
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, die Universalzölle gegen die ganze Welt seien ein schwerer Schlag für die Weltwirtschaft, und es seien immense Folgen zu erwarten. „Millionen von Menschen werden mit höheren Lebensmittelrechnungen konfrontiert sein. Medikamente werden teurer, ebenso der Transport. Die Inflation wird ansteigen. Und dies schadet vor allem den wirtschaftlich schwächsten Bürgern“, sagte sie am Rande eines Gipfeltreffens mit Staats- und Regierungschefs zentralasiatischer Staaten in Usbekistan.

Nach Trumps Zollankündigung bereitet die EU eine Antwort vor, will aber gesprächsbereit bleiben. „Wir finalisieren bereits das erste Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun weitere Maßnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern“, führte von der Leyen aus.

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