Erstmals in Österreich

Regierungsspitze empfing Hamas-Geisel Tal Shoham

Innenpolitik
03.04.2025 12:51

505 Tage lang ist der Austro-Israeli Tal Shoham im Gazastreifen Gefangener der Hamas gewesen. Bei seinem ersten Österreich-Besuch trafen er und seine Familie am Donnerstag Kanzler Christian Stocker (ÖVP) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS). Der Empfang fiel äußerst herzlich aus. 

„Ich kann Ihnen versichern, dass Österreich auch weiterhin nichts unversucht lassen wird, um die sichere Rückkehr der verbliebenen Geiseln zu gewährleisten“, sagte Stocker. Man werde „alles daran setzen und hart arbeiten, bis alle Geiseln frei sind“, versprach auch Meinl-Reisinger.

Tal Shoham herzt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Bild: APA/MICHAEL GRUBER)
Tal Shoham herzt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger

„Immer noch zu viele Geiseln in den Händen der Hamas“
Österreich hatte sich auf allen diplomatischen Ebenen intensiv für die Freilassung von Shoham eingesetzt. Meinl-Reisinger lobte das bisherige Engagement, merkte aber an, dass „immer noch zu viele Geiseln in den Händen der Hamas sind“. Shoham traf in Begleitung seiner Frau Adi und ihren beiden Kindern (Tochter Yahel, 4, und Sohn Naveh, 9) sowie weiteren Geisel-Angehörigen und dem israelischen Botschafter David Roet ein.

Geisel-Angehörige danken Österreich
Ilan Dalal, der Vater einer Geisel, die monatelang mit Shoham in einem kleinen, dunklen Tunnel unter Gaza lebte und immer noch dort ist, dankte Österreich für seine diplomatischen Bemühungen. Weitere Angehörige hielten Fotos von Guy Gilboa Dalal (22) und Evyatar David (24), die sich noch immer in Geiselhaft der Hamas befinden, hoch. Shoham hatte sie als seine „Brüder“ bezeichnet. „Ihre Familien warten schon viel zu lange auf ihre Liebsten“, sagte Stocker.

(Bild: APA/ANDY WENZEL)
(Bild: APA/MICHAEL GRUBER)
(Bild: APA/ANDY WENZEL)
Tal Shoham mit Kanzler Christian Stocker (Bild: APA/ANDY WENZEL)
Tal Shoham mit Kanzler Christian Stocker
(Bild: APA/ANDY WENZEL)
(Bild: APA/MICHAEL GRUBER)

Wie das Bundeskanzleramt mitteilte, ist im Anschluss an das Treffen ein Mittagessen mit Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) und Holocaust-Überlebenden geplant. Am Freitag hält Shoham zudem eine Rede bei der UNO in Wien. Auch Treffen mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) sind geplant.

Großmutter in Wien geboren
Shohams Großmutter wurde in Wien geboren und floh in den 1930er-Jahren vor den Nationalsozialisten. Die österreichische Staatsbürgerschaft erhielt der 40-Jährige erst vor wenigen Jahren. Shoham war zuvor noch nie in Österreich. Zu einer geplanten Reise mit seinen Eltern kam es durch den Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 nicht. An diesem Tag wurde er mit seiner Frau, ihren beiden Kindern und weiteren weiblichen Angehörigen in den Gazastreifen entführt. Von zwölf Familienmitgliedern im Kibbuz Be‘eri wurden drei ermordet.

Die Frauen und Kinder kamen im November 2023 als Teil eines damaligen Abkommens zwischen Israel und der Hamas frei. Bis zu seiner Freilassung wurde Shoham über ihr Schicksal im Unklaren gelassen. Dank ihnen habe er die Kraft gehabt, so lange zu überleben, sagte er. „Es ist eine Routine: Essen, bei Kräften bleiben und dann ausruhen und schlafen. So lange, bis uns irgendwer da rausholt.“

Shoham erst nach 16 Monaten freigelassen
Shoham selbst wurde erst 16 Monate nach seiner Entführung, am 22. Februar, im Rahmen eines Waffenruhe- und Geiselabkommens zwischen Israel und der Hamas freigelassen. Wenige Tage später lief die Waffenruhe aus. Israelischen Informationen zufolge befinden sich immer noch 24 Geiseln im Gazastreifen, hinzu kommen die Leichen von 35 Verschleppten.

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