Zehn Medizin-Studienplätze in Oberösterreich sind für angehende Ärzte reserviert, die sich verpflichten, nach dem Studium zumindest zehn Jahre lang im öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten. Zuletzt konnten diese trotz Stipendium nicht besetzt werden. Das Blatt hat sich aber nun offenbar gewendet.
Die Idee ist als Maßnahme gegen den Ärztemangel gedacht: Seit dem laufenden Studienjahr sind bundesweit 85 Plätze Studierenden gewidmet, die sich verpflichten, eine Zeitlang als Kassenmediziner tätig zu sein. Die zehn Plätze, die dafür an der Medizin-Fakultät der JKU in Linz vorgesehen sind, wurden heuer laut Landesrechnungshof aber nicht ausgeschöpft – und das, obwohl damit eine finanzielle Unterstützung in der Höhe von 1000 Euro brutto pro Monat durch das Land verbunden ist.
Mehr als 70 Bewerber
Ist das Projekt also gescheitert? Dieser Frage ging SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder am Donnerstag im Landtag auf den Grund. Die Antwort der zuständigen LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) auf seine mündliche Anfrage zeigt: Das Blatt hat sich gewendet. „Für das kommende Studienjahr gibt es 17 Bewerbungen beim Land OÖ und 58 bei der OÖ Gesundheitsholding“, führte Haberlander aus – wobei sich drei Personen doppelt angemeldet hätten.
Hausärzte dringend benötigt
Eitel Wonne ist deswegen aber auch für die ÖVP-Politikerin nicht alles: „Die Möglichkeiten, die wir in der Umsetzung haben, sind noch nicht treffsicher“, ortet sie „Adaptierungsbedarf“ – und zwar nicht nur bei der Maßnahme der gewidmeten Studienplätze. Um künftig genügend Ärzte rekrutieren zu können, müsse vor allem die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ein „positives Zielbild dieses schönen Berufes zeichnen“. Am dringendsten gebraucht werden Allgemeinmediziner. Laut OÖGK sind in Oberösterreich derzeit 39 Hausarztstellen unbesetzt, im Schnitt also mehr als zwei pro Bezirk.
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