Österreichische Unternehmen haben in den letzten Jahren beim Schutz gegen Cyberattacken zwar nachgebessert, Angreifer seien inzwischen aber auch deutlich aggressiver in ihrem Vorgehen. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag präsentierten Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte.
Künstliche Intelligenz unterstützt einerseits die digitale Sicherheit, erleichtert andererseits aber auch hartnäckige Angriffe. Demnach seien 100.000 Angriffe pro Tag auf eine Organisation mithilfe von KI keine Seltenheit mehr. „Das bedeutet einen Angriff pro Sekunde“, erklärt Evrim Bakir, Managing Partnerin bei Deloitte Österreich. Von den befragten Unternehmen seien 22 Prozent täglich von Ransomware-Attacken betroffen, das seien doppelt so viele wie noch 2022.
Firmen in Sachen Cybersicherheit besser aufgestellt
Allerdings seien inzwischen 56 Prozent der Unternehmen auch in der Lage, die Ausbreitung der Ransomware durch technische Infrastruktur-Maßnahmen zu verhindern. In der Erhebung vom Vorjahr waren es noch 37 Prozent. „Die Unternehmen haben es mittlerweile geschafft, auf die sich ständig verändernde Bedrohungslage effektiver zu reagieren. Die Bewusstseinsbildung der letzten Jahre trägt jetzt Früchte“, sagt Bakir.
Großes Interesse haben die befragten Unternehmen am Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Knapp die Hälfte (45 Prozent) nutzen KI demnach für die eigene Cybersicherheit, etwa bei der Erkennung von Phishing. Gleichzeitig gebe es Sorgen, dass durch generative KI sensible Unternehmensdaten an die Öffentlichkeit gelangen könnten. „Wir können davon ausgehen, dass die Verbindung von KI und einer angespannten geopolitischen Lage neue Bedrohungen hervorbringt“, sagte Georg Schwondra, Partner bei Deloitte.
Unternehmen sollten sich nicht in falscher Sicherheit wiegen
Um mit der steigenden Professionalität der Angreifer Schritt zu halten, sei es notwendig, dass Unternehmen ihre digitale Sicherheit laufend ausbauen. Die Aufstockung der Budgets für Technik im Bereich Cybersecurity plant laut Umfrage allerdings nur ein Drittel der Unternehmen, Personalausbau ist nur für ein Viertel Thema. „Viele wiegen sich in falscher Sicherheit. Denn stagnierende Budgets reichen nicht aus, um eine effektive Abwehr zu garantieren. Die Unternehmen müssen dafür mehr Geld in die Hand nehmen“, sagte Schwondra.
Das Beratungsunternehmen hat heuer im Jänner und Februar Führungskräfte aus 350 Mittel- und Großunternehmen telefonisch zur Cyber-Bedrohungslage befragt. Der Deloitte Cyber Security Report erscheint einmal im Jahr.
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