Kein Jahr nach Vertragsabschluss sind die Investorenträume bei Zweitligist SKN St. Pölten schon wieder ausgeträumt. Am Donnerstag verkündeten die „Wölfe“ den sofortigen Ausstieg des FC32, der im April 2024 in Niederösterreichs Landeshauptstadt geankert hatte.
Aus dem geplanten langfristigen Engagement der Australier wurde nun entgegen aller Erwartungen ein Kurzgastspiel – der Spielbetrieb sei „vorerst“ aber gesichert, hieß es von Seiten des SKN.
Auf dem falschen Fuß erwischt wurde der Tabellenfünfte aber allemal. „Wir haben überhaupt nicht mit so einem Szenario gerechnet“, gestand SKN-Geschäftsführer Wirtschaft Matthias Gebauer in einer Aussendung. Jene 49 Prozent der Anteile an der Profi-GmbH St. Pöltens, die sich der FC32 gesichert hatte, seien wieder zurückgeholt worden. Weiters sei FC32-Boss Paul Francis als Vize-Präsident mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. „Der laufende Spielbetrieb ist vorerst einmal gesichert. Es wird alles unternommen, die Saison sportlich so erfolgreich wie möglich abzuschließen“, betonte Gebauer.
Unklar bleibt, was die Kehrtwende im Hinblick auf die Lizenzierung für die kommende Saison bedeutet. Die vom SKN Anfang März bei der Bundesliga abgegebenen Unterlagen sind jedenfalls überholt. Bei St. Pölten übt man sich in Optimismus. „Für die anstehende Lizenzierung wurden gestern die Rückfragen der Liga beantwortet, die neuen Umstände dargelegt und sofort neue Unterlagen nachgereicht“, berichtete Gebauer. „Der Verein war in der Lage, in kürzester Zeit realistische und gute Alternativen zu benennen.“ Eine erstinstanzliche Entscheidung der Liga ist bei allen Clubs bis 14. April zu erwarten.
„Ungereimtheiten“ bei FC32 als Grund
Nur Vermutungen anstellen kann man zudem über die genauen Gründe für den Rückzug des FC32, der auch den italienischen Serie-B-Klub Spezia Calcio und den irischen Zweitligisten Cobh Ramblers in seinem Portfolio hat. Laut SKN gab es „Ungereimtheiten in der FC32 Gruppe“, die Investoren der US-amerikanischen Holdinggesellschaft hätten deswegen „die Notbremse“ gezogen und Francis das Vertrauen entzogen, erklärte der SKN.
Für den SKN ist es der zweite diesbezügliche Rückschlag in Folge. Erst mit Ende der Saison 2023/24 hatte sich der deutsche Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg als Kooperationspartner vorzeitig verabschiedet.
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