Besuch in Helsinki

Van der Bellen in Finnland: „Welt ist im Umbruch!“

Außenpolitik
03.04.2025 14:49

Bundespräsident Alexander Van der Bellen besuchte am Donnerstag seinen finnischen Amtskollegen Alexander Stubb. „Die Uhr kann nicht zurückgedreht werden, die Welt von gestern gibt es nicht mehr. Es liegt an uns, das Beste daraus zu machen. Die Welt befindet sich im Umbruch.“

Angesichts dieser Erkenntnis müssten die Länder Europas „zusammenrücken und zu neuem Selbstvertrauen finden“. Darin waren sich Bundespräsident Van der Bellen und Stubb am Donnerstag nach einem Treffen in Helsinki einig.

„Unser vor Jahren noch so stabil schwimmendes Schiff befindet sich in einem Sturm. Aber in einem Sturm muss man weiterrudern. Wenn nötig gegen den Wind und stromaufwärts. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Schrecken des Krieges auf unseren Kontinent zurückgebracht“, so Van der Bellen.

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Unser vor Jahren noch so stabil schwimmendes Schiff befindet sich in einem Sturm. Aber in einem Sturm muss man weiterrudern. Wenn nötig gegen den Wind und stromaufwärts.

Alexander Van der Bellen

„Geopolitik bedrohlich“
„Die Geopolitik ist unübersichtlich, sprunghaft und bedrohlich geworden.“ Doch könne die EU Stärke und Resilienz zeigen. „Die EU hat eine Gruppe von sehr unterschiedlichen Ländern zusammengeführt und etwas geschaffen, das größer ist als die Summe seiner Teile.“ Themen wie Sicherheit und Verteidigung seien plötzlich wieder essenziell.

„Einzelkampf keine Option“
Van der Bellen untermauerte sein Bild vom „Schiff im Sturm“: „Aufgeben und Untergehen ist keine Option. Auch Einzelkampf ist keine Option. Ein Ruderer erreicht allein gar nichts. Die Uhr kann nicht zurückgedreht werden, die Welt von gestern gibt es nicht mehr. Es liegt an uns, das Beste daraus zu machen.“

Bilder von Van der Bellens Besuch bei Stubb:

Stubb (r.) hatte in der vergangenen Woche US-Präsident Donald Trump einen spontanen Besuch in Florida abgestattet. Er begründete dies damit, dass die USA auch unter Trump überzeugt werden müssten, etwa in der NATO engagiert zu bleiben. (Bild: EPA/KIMMO BRANDT)
Stubb (r.) hatte in der vergangenen Woche US-Präsident Donald Trump einen spontanen Besuch in Florida abgestattet. Er begründete dies damit, dass die USA auch unter Trump überzeugt werden müssten, etwa in der NATO engagiert zu bleiben.
(Bild: EPA/KIMMO BRANDT)
Van der Bellen lobte die Verteidigungspolitik, die etwa im Bereich Milizsystem weiter fortgeschritten sei. Am Nachmittag stand ein Lokalaugenschein bei der finnischen Küstenwache am Programm. (Bild: EPA/KIMMO BRANDT)
Van der Bellen lobte die Verteidigungspolitik, die etwa im Bereich Milizsystem weiter fortgeschritten sei. Am Nachmittag stand ein Lokalaugenschein bei der finnischen Küstenwache am Programm.
(Bild: EPA/KIMMO BRANDT)
(Bild: EPA/KIMMO BRANDT)
Finnland pocht auf eine makrosoziale Verteidigungsbereitschaft. Das Land fuhr seine entsprechenden Kapazitäten nach dem Ende des Kalten Kriegs nicht hinunter. (Bild: EPA/KIMMO BRANDT)
Finnland pocht auf eine makrosoziale Verteidigungsbereitschaft. Das Land fuhr seine entsprechenden Kapazitäten nach dem Ende des Kalten Kriegs nicht hinunter.

Stubb vermisst Neutralität nicht
Das Beste für Finnland sei der Beitritt zur NATO gewesen, so Stub. Er vermisse die aufgegebene Neutralität „in keinster Weise“. Finnland sei die Neutralität nach dem Zweiten Weltkrieg von der damaligen Sowjetunion verordnet worden, argumentierte Stubb und zog Vergleiche mit der Gegenwart: „Was macht Russland in der Ukraine? Russland will die Ukraine neutralisieren.“ Er sei sehr stolz, dass Finnland der NATO angehöre.

Van der Bellen stellte die Neutralität Österreich nicht infrage, betonte aber, dass dies nicht heiße, „das Recht des Stärkeren zu akzeptieren“. Es sei angesichts der geopolitischen Lage wichtig, dass die EU-Länder auch in militärischen Angelegenheiten und Fragen der Verteidigung kooperieren würden. 

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