Zehn Euro erbeutet

85-Jährige überfallen: „Habe den ganzen Tag Angst“

Gericht
04.04.2025 12:09

In ihrem eigenen Zuhause raubte ein 59-Jähriger eine gebrechliche Pensionistin aus. Die Beute war mager: Zehn Euro und ein Handy – dafür fasst er in Wien seine zwölfte Vorstrafe aus. Der 85-Jährigen hilft das nicht viel: „Seitdem fühl‘ ich mich noch schlechter.“

„Ich hab’ keine Ruhe mehr. Ich hab’ immer Angst, wenn ich irgendwo hingehe. Jeden Tag und den ganzen Tag“, wimmert eine 85-Jährige im Landesgericht Wien. Tattag 16. Dezember letzten Jahres: Die Pensionistin, die schon lange auf einen Rollator angewiesen ist, machte Erledigungen in Wien-Donaustadt und trat gerade ihren Heimweg mit der Straßenbahn aus Großjedlersdorf an.

„Dachte, ich versuch’ einen Trickbetrug“
Was sie nicht bemerkte: Ein 59-Jähriger hatte sie bereits als sein Opfer ausgewählt. „Ich hab’ die Dame gesehen und ich dachte, ich versuch’ einen Trickbetrug bei ihr“, gibt der Angeklagte zu. Dabei dachte er an die Masche mit dem Installateur oder Internettechniker. Er verfolgte sie bis zu ihrer Eingangstür – und entschied sich dort um.

Auch ins Landesgericht kommt die gebrechliche Dame mit ihrem Rollator. (Bild: Bartel Gerhard)
Auch ins Landesgericht kommt die gebrechliche Dame mit ihrem Rollator.

Angeklagter klopfte zwei Tage später bei Opfer an
„Er hat mich in die Wohnung gestoßen. Ich hab’ gesagt: Nein! Nein! Er hat nach Gold und Geld gefragt“, muss sich die gebrechliche Frau im Zeugenstand an den Raubüberfall zurückerinnern. „Mein Herz hat so geklopft. Ich hab’ ihm gesagt, ich hab’ kein Geld.“

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Natürlich bin ich alt und krank. Aber seitdem fühl’ ich mich noch schlechter.

Die betagte Pensionistin im Wiener Landesgericht

Mit ihrem Handy und zehn Euro Bargeld zog er schließlich ab. Nur um zwei Tage später wieder an die Tür der 85-Jährigen zu klopfen, um ihr das Telefon zurückzugeben. „Natürlich bin ich alt und krank. Aber seitdem fühl’ ich mich noch schlechter“, erklärt das Opfer.

Zwölfte Vorstrafe
„Glauben Sie nicht, sie fürchtet sich?“, fragt die Richterin entsetzt. „Sicher“, so die trockene Antwort des bereits elffach Vorbestraften. Die Ausrede: Kokain, Heroin und eine Flasche Vodka. Es folgt die zwölfte Verurteilung: Zwei Jahre und zehn Monate Haft.

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