Bericht bei Gericht

Glockner-Drama: Ermittlungen fast wie in Krimi

Tirol
03.04.2025 18:00

In der Nacht von 18. auf 19. Jänner dieses Jahres erfror – wie berichtet – eine Salzburgerin (33) unter dem Gipfel des Großglockners. Gegen ihren (Berg-)Partner, der sie allein zurückließ, wird ermittelt. Nun liegt ein Zwischenbericht vor.

Was an dem Samstag bzw. in der Nacht auf Sonntag tatsächlich am Stüdlgrat passierte, weiß wohl nur der 36-jährige Salzburger allein. Nur er hat es überlebt. Der Alpinist gilt bei dem Drama als „Beschuldigter“. Der Vorwurf: „Verdacht der fahrlässigen Tötung“. Denn er war derjenige des Duos, der über mehr Erfahrung bei solchen Hochtouren verfügte.

Extremalpinist schwieg bisher zu dem Unglück
Der Extremalpinist wollte sich gegen der Alpinpolizei bisher nicht zu dem Unglück äußern. Er ließ lediglich über seinen Anwalt wissen, dass es ihm sehr leidtue. 

Gegen 9 Uhr waren die Bergretter erstmals auf der Webcam in Richtung des Großglockners zu sehen – siehe roter Kreis. (Bild: foto-webcam.eu/Adlersruhe)
Gegen 9 Uhr waren die Bergretter erstmals auf der Webcam in Richtung des Großglockners zu sehen – siehe roter Kreis.

Auch deshalb muss die Alpinpolizei die Ermittlungen äußerst akribisch führen. „Das braucht eben Zeit“, weiß Hansjörg Mayr, der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Bei der Staatsanwaltschaft langte jetzt Anfang April ein Zwischenbericht der Alpinpolizei zu dem Unglück ein.

Dessen Aussagekraft ist freilich noch immer ziemlich überschaubar. „Die Alpinpolizei ermittelt weiter intensiv und akribisch“, schildert Mayr.

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Der Beschuldigte hat angekündigt, nach Vorliegen des Endberichts der Alpinpolizei Stellung zu dem Unglück zu beziehen.

(Bild: Christof Birbaumer)

Hansjörg Mayr, Pressesprecher Staatsanwaltschaft Innsbruck

Neben der Befragung zusätzlicher Zeugen gelte es, diverse Datenträger des Beschuldigten und des Opfers auszuwerten. Fotos und Videos werden ganz genau unter die Lupe genommen, die Daten von Handys und Sportuhren ausgelesen und anschließend bewertet. Die Ermittlungsarbeiten in dem außergewöhnlichen Bergdrama ähneln denen wie bei einem Kriminalfall.

Der Leichnam musste über den Grat abgeseilt werden. (Bild: Bergrettung Kals)
Der Leichnam musste über den Grat abgeseilt werden.

Der beschuldigte Salzburger, der den Großglockner zuvor laut seinem Instagram-Account schon mehrmals auf verschiedenen schwierigen Routen bestiegen hat, will sein bisheriges Schweigen demnächst brechen. „Er hat angekündigt, nach Vorliegen eines Endberichts Stellung zu beziehen“, informiert Hansjörg Mayr.

Endbericht wird abgewartet
Erst sobald die Alpinpolizei ihre umfangreichen Ermittlungen komplett abgeschlossen hat, entscheidet die Staatsanwaltschaft über ihr weiteres Vorgehen: Ob tatsächlich Anklage gegen den Beschuldigten erhoben wird oder nicht. Mayr: „Wann das sein wird, lässt sich aus heutiger Sicht noch nicht sagen.“

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