Black-Wings-Coach Philipp Lukas spricht nach dem bitteren Halbfinal-Aus im Interview mit der „Krone“ über die spektakuläre Eishockey-Saison, seine „coole Truppe“, das am Freitag startende Finale KAC – Salzburg und warum der 45-Jährige nun erstmal auch auf sich schauen muss.
„Krone“: Nach dieser furiosen Saison Ihrer Linzer „Mentalitätsmonster“, die inklusive Overtime-Weltrekord fast ins Finale vordrangen: Schmerzen ihre Schultern wegen der vielen Klopfer?
Philipp Lukas: Es ist schön zu hören, dass die Arbeit geschätzt wird. Wichtig ist: Es sind viele, die mithelfen! Wobei schon überwiegt, dass ich traurig bin, dass wir den Finaleinzug nicht geschafft haben. Die Möglichkeit war sehr wohl realistisch.
Welche Gratulation zur Saison freut Sie besonders?
Die von meinen Kindern! Sie haben von meiner aktiven Karriere damals noch nicht viel mitbekommen und ich hab’ sie zuletzt wenig gesehen. Schön, dass sie miterleben konnten, was ich mach’ und warum.
Im dritten Jahr unter Ihnen gab’s nach Platz 7 und 5 nun Rang 4 – und den erstmaligen Halbfinaleinzug!
Ja, eine Entwicklung ist uns denke ich gelungen, wir haben viele gute Dinge erreicht: die direkte Play-off-Quali – mit Heimrecht; die Maximalanzahl an Heimspielen in Viertel- und Halbfinale. Es ist wichtig, dass Eishockey in Linz und OÖ wieder in Mode ist und wir nicht nur Fans sondern auch Kinder für den Sport gewinnen konnten!
Wobei Sie vor der Saison mit dem Aus der Steel Wings sehr schmerzte. Nach Verletzungen haben Sie dann auch Ihre Philosophie geändert und mit mehr Legionären agiert. Wird das künftig wieder zurückgefahren?
Es kann sein, dass wir dabei bleiben, weil wir auch Österreicher verlieren werden, nicht die große finanzielle Macht sind und auch der Markt ist nicht riesengroß. Wir können aus keinem Alps Team mehr schöpfen, das Level zur U20 ist auch nicht in unserer Hand, wir sind da ganz anders aufgestellt als etwa Klagenfurt – aus dem eigenen Nachwuchs zu zehren, ist bei uns relativ schwierig.
Wie weit sind Sie schon mit dem neuen Kader?
Ich traue mich sagen wir sind auf einem guten Weg! Die ein oder andere Position ist natürlich noch offen und die ein oder andere Entscheidung noch zu treffen.
Von den Coaches haben alle geschlossen bis 2027 Vertrag. Wird das Betreuerteam mit Ihnen, Mark Szücs, Jürgen Penker, Matej Hocevar und Rick Nasheim gleich bleiben?
Ja!
Hatten Sie Angebote von anderen Klubs?
Nein.
Auffällig entwickelt hat sich Verteidiger Patrick Söllinger!
Meine Vision vor acht Monaten, dass wir ihn heute in dieser Rolle sehen, ist aufgegangen. Patrick entwickelt sich super und lebt vor, was wir Coaches predigen: Ihm ist kein Training zu hart, kein Schritt oder Weg zu weit. Ich freue mich, dass wir in Zukunft weiter zusammenarbeiten können. Schön, dass wir wieder so einen Eigenbauspieler haben er ist ein wichtiges Linzer Gesicht des Vereins.
Raphael Wolf wechselt nach Wien, Nico Feldner zu den neureichen Grazern. Gewinnt Geld eigentlich Spiele?
Nein, genauso wie der Line-Up-Sheet nicht – das macht unseren Sport so aus. Wobei finanzielle Ressourcen natürlich hilfreich sind, um ein erfolgreiches Kollektiv zusammenzustellen. Vergessen wir nicht, wie eng die Serie gegen Graz war – es hätte auch anders ausgehen können!
Wie geht’s in den nächsten Tagen weiter?
Wir gönnen der Mannschaft ein paar Tage Ruhe. Dass sie gemeinsam Urlaub macht, zeigt, welch’ coole Truppe das ist, die wir haben. Nächste Woche steigen die Exit-Meetings.
Und Sie?
Ich will jetzt mal gesund werden. Ich bin nicht fit, hab’ auch Fieber. Man ordnet alles unter, zeigt keine Schwächen , lässt nicht zu, krank zu werden. Jetzt will ich mal runterkommen, schlafen, an die frische Luft und Energie tanken.
Und vielleicht die am Freitag startende Finalserie verfolgen. Wer wird Champion?
Auch wenn Klagenfurt gegen Salzburg grundsätzlich gut spielt: Ich glaube Salzburg. Sie sind tiefer besetzt und wohl frischer als der KAC.
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