In der Region glauben immer mehr daran, dass Schladming mit Eva Maria Kroismayr-Baier die erste Bürgermeisterin, noch dazu von der FPÖ, bekommen könnte. Auch in Leibnitz winkt den Blauen die Macht – hier hat Daniel Kos beste Chancen, Stadtchef zu werden.
Nach 1945 wurde Schladming 30 Jahre lang von der SPÖ regiert, dann war die ÖVP 45 Jahre lang am Ruder, seit 2020 sitzt Liste-Schladming-Chef Hermann Trinker am Bürgermeistersessel. Könnte es nach dem Koalitionspoker, der aktuell in der steirischen Ski-Metropole läuft, erstmals auch die FPÖ an die Spitze der WM-Stadt schaffen? In der Region glauben immer mehr daran, eben weil in Schladming politisch die Uhren etwas anders laufen.
Als blaue Spitzenkandidatin holte Eva Maria Kroismayr-Baier bei der Gemeinderatswahl 21 Prozent und 5 Mandate, könnte in einer Koalition mit der ÖVP (7 Mandate) und den Neos oder der SPÖ (jeweils ein Mandat) Bürgermeisterin werden. „Wir sind mit allen Parteien im Gespräch und verhandeln auf Augenhöhe“, sagt Kroismayr-Baier zur „Krone“.
Gespräche mit allen Fraktionen führt auch Stadtchef Trinker (40 Prozent, 11 Mandate): „Ich bin dankbar für das kräftige Votum für meine Liste, ich bin sehr optimistisch.“ Schon vor der konstituierenden Gemeinderatssitzung am 28. April werden die Würfel gefallen sein.
Beste Karten für die FPÖ in Leibnitz
Im südsteirischen Leibnitz befindet sich die FPÖ ebenfalls im Hoch. Nachdem der geschlagene SPÖ-Bürgermeister Michael Schumacher seinen Rücktritt angekündigt hatte, zog sich auch Josef Muchitsch von der Spitze der roten Stadtpartei zurück, um ÖVP und das Bürgerforum noch ins Koalitionsboot zu holen. Dieser Zug scheint aber längst abgefahren zu sein – die Blauen haben in der Weinstadt die besten Chancen, den neuen Bürgermeister zu stellen. „Die Verhandlungen mit dem Bürgerforum und der ÖVP verlaufen positiv und in einer angenehmen Atmosphäre“, berichtet FPÖ-Leibnitz-Chef Daniel Kos. Am 22. April soll das Arbeitsübereinkommen stehen.
Auch in anderen Gemeinden Chance auf blaue Ortschefs
Auch in weiteren Gemeinden lebt die Chance auf blaue Ortschefs, etwa in St. Michael, wo Nicole Sunitsch beinahe Erste wurde, und in Kalwang, wo Klemens Draxl eine Halbzeitlösung mit der ÖVP vorschlägt. Oder im Bezirk Murau, wo sowohl in St. Peter am Kammersberg als auch in St. Georgen ob Kreischberg blau-geführte Koalitionen möglich sind.
Spannend ist die Lage auch in Langenwang. Hier steht die FPÖ mit Philipp Könighofer, der 8 Sitze im Gemeinderat errang, ebenfalls mitten in Koalitionsverhandlungen mit ÖVP (10 Mandate) und SPÖ (3 Mandate). Doch noch nirgends steigt weißer Rauch auf, die Verhandlungen laufen (oder haben noch gar nicht richtig begonnen).
Neuer Bürgermeister in der Breitenau
Die Weichen hingegen schon gestellt sind in der Breitenau. Hier hat die ÖVP die absolute Mehrheit verloren – und nun auch den Bürgermeistersitz. Ortschef wird dank Zusammenarbeit mit der SPÖ Martin Pretterhofer von der neuen Liste „Wir“, die auf Anhieb fünf Mandate erhielt.
„Wir werden uns die Finanzen zuerst genau anschauen. Große Vorhaben werden aber wohl nicht möglich sein“, so Pretterhofer zur „Krone“. Die Konzentration wird in den nächsten Jahren wohl auf der Sanierung der Infrastruktur liegen. Was Pretterhofer betont: Der Wahlkampf der neuen Liste sei – im Gegensatz zu Äußerungen aus der ÖVP – fair und sachlich gewesen.
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