Bann statt Spionage

Trump verbietet seinen Diplomaten Sex mit Chinesen

Außenpolitik
03.04.2025 16:55

Die US-Regierung hat ihren Diplomaten in China sowie deren Angehörigen und sicherheitsüberprüften Auftragnehmern jegliche romantische oder sexuelle Beziehungen mit chinesischen Staatsbürgern untersagt. Eine Ausnahme wird nur für jene Personen gemacht, die vor der Verhängung des Verbots bereits eine Beziehung mit einem chinesischen Staatsbürger hatten.

Die neue Richtlinie wurde laut der Nachrichtenagentur AP bereits im Jänner vom damaligen US-Botschafter in China, Nicholas Burns, kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt erlassen. Zwar gab es bereits strenge Regeln für bestimmte US-Behörden, ein generelles Verbot („Non-Fraternization Policy“) für alle Regierungsmitarbeiter ist jedoch seit dem Kalten Krieg nicht mehr öffentlich bekannt gewesen.

Nur wenige Ausnahmen
Ein früheres, weniger weitreichendes Verbot hatte bereits im Sommer gegolten: Damals wurde US-Personal untersagt, intime Beziehungen mit chinesischen Bürgern einzugehen, die als Sicherheitskräfte oder Unterstützungspersonal in US-Vertretungen arbeiteten. Burns erweiterte diese Regelung im Jänner auf sämtliche chinesische Staatsbürger in China.

Die Regelung gilt für alle amerikanischen diplomatischen Mitarbeiter, Familienmitglieder und Auftragnehmer mit Sicherheitsfreigabe, die in China und in Hongkong stationiert sind. (Bild: AP/Mark Schiefelbein)
Die Regelung gilt für alle amerikanischen diplomatischen Mitarbeiter, Familienmitglieder und Auftragnehmer mit Sicherheitsfreigabe, die in China und in Hongkong stationiert sind.

Ausnahmen gibt es nur für US-Personal, das bereits vor Inkrafttreten der neuen Richtlinie in einer Beziehung mit einer chinesischen Person war. Diese müssen eine Genehmigung beantragen – wird sie abgelehnt, bleibt nur die Wahl zwischen Trennung oder Aufgabe des Postens. Verstöße gegen die Regelung führen zur sofortigen Ausweisung aus China.

Sorge vor „Honeypot“-Taktik
Laut AP wurde das Verbot erstmals im Sommer diskutiert, nachdem Kongressabgeordnete Bedenken geäußert hatten, dass bestehende Beschränkungen nicht weit genug gingen. Offizielle Stellen äußerten sich nicht zu den Beweggründen der Maßnahme.

In diplomatischen Kreisen wird seit Langem davor gewarnt, dass ausländische Geheimdienste sogenannte „Honeypots“ einsetzen – attraktive Männer oder Frauen, die gezielt Diplomaten verführen, um an Informationen zu gelangen. Besonders China soll diese Methode intensiv nutzen.

Menschliche Lockvögel genutzt?
Peter Mattis, ein ehemaliger CIA-Analyst, sagte gegenüber AP, dass China den Zugang zu US-Diplomaten zunehmend aggressiv verfolge: „Der chinesische Geheimdienst ist bereit, jede menschliche Verbindung eines Zielobjekts zu nutzen, um Informationen zu sammeln.“ Besonders problematisch sei, dass auch unbeteiligte chinesische Bürger unter Druck gesetzt werden könnten, um an sensible Daten zu gelangen.

Die US-Regierung hält sich zu dem Thema bedeckt. Weder das Außenministerium noch der Nationale Sicherheitsrat wollten die Regelung kommentieren. Auch Nicholas Burns reagierte nicht auf eine Anfrage von AP.

Tiefes Misstrauen zwischen Peking und Washington
Chinas Außenministerium verwies in einer knappen Stellungnahme darauf, dass die US-Seite für diese Entscheidung verantwortlich sei. Gleichzeitig berichten Insider, dass China selbst bereits seit Jahren ähnliche Einschränkungen für sein diplomatisches Personal durchsetzt. So dürfen chinesische Beamte, Militär- und Polizeikräfte in der Regel keine ausländischen Partner haben und benötigen für Reisen ins Ausland besondere Genehmigungen.

Das neue Verbot zeigt, wie tief das Misstrauen zwischen Washington und Peking mittlerweile sitzt. Inmitten geopolitischer Spannungen könnte die Maßnahme die Beziehungen weiter belasten.

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