Mordversuch wirft die Staatsanwaltschaft einem im Pongau in Salzburg lebenden Türken (39) vor. Der Tatort war ein Imbissstand, den er offenbar ohne eine Meldung betrieb. Dort soll er im Oktober 2024 seine Freundin durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt haben. Doch die bisherigen Aussagen des Opfers werfen weitere Fragen auf.
Sieben Jahre lang hatten der Angeklagte und sein Opfer eine On-off-Beziehung – bis am 23. Oktober 2024 ein Streit im Imbissstand des 39-Jährigen mit einer lebensbedrohlichen Stichwunde endete. Aus Eifersucht soll der 39-Jährige seiner Freundin ein grünes Küchenmesser in die Brust gerammt haben, weil ein Bekannter der Frau eine Nachricht geschickt hatte. Die Klinge drang durch eine Jeansjacke sogar bis in die Lunge ein, heißt es in der Anklage der Staatsanwaltschaft Salzburg.
Aufgrund der lebensgefährlichen Verletzung wird dem 39-Jährigen, verteidigt durch Anwalt Christoph Mandl, versuchter Mord vorgeworfen. Zudem soll er die Frau im Zuge des Streits an den Haaren gerissen sowie zwei Ohrfeigen und einen Fußtritt verpasst haben.
Frau gab an, sich selbst gestochen zu haben
Dass er beim Streit zu Gewalt griff, räumte der 39-Jährige beim Verhör durchaus ein. Den Messerstich bestritt der seither in U-Haft sitzende Beschuldigte. Und auch das Opfer scheint den Mann zu schützen. Denn: Anfangs gab sie gegenüber der Polizei an, sich mit einer Tellerscherbe selbst verletzt zu haben, heißt es in der Anklage. Da dies laut Gerichtsmedizin nicht mit der Stichverletzung zusammenpasste, schwenkte sie auf ein Messer um, das sie sich selbst in die Brust gerammt haben will.
Aufgrund der mehrfach geänderten Versionen und weiterer Indizien sieht die Staatsanwaltschaft aber den Mann als Tatverdächtigen und vermutet eine (finanzielle) Abhängigkeit des Opfers vom mutmaßlichen Täter.
Das war nicht alles: Der Angeklagte soll das AMS um rund 5000 Euro betrogen haben. Laut Anklage kassierte er als Arbeitsloser Notstandshilfe, obwohl er gleichzeitig sechs Tage die Woche seinen Imbissstand betrieb. Möglich war dies durch einen falschen Mietvertrag.
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