Mühlviertler Fischer sitzen nach dem Umweltdesaster in der Großen Mühl bei Haslach in Oberösterreich quasi am Trockenen, nachdem es dort zu einem Ölaustritt gekommen war. Tausenden Fischen droht jetzt ein qualvoller Erstickungstod.
„Wir könnten unsere Fische schon noch essen. Sie schmecken aber leider nicht nach Olivenöl, sondern nach Heizöl“ – Walter Koller, Geschäftsführer des Fischereireviers Rohrbach, übt sich in Galgenhumor. Ab Mittwoch, 8.12 Uhr früh, waren nacheinander fünf Feuerwehren zu einem Ölaustritt in der Großen Mühl bei Haslach alarmiert worden. Ein Landwirt hatte zuvor oberhalb des Flusses, etwa einen Kilometer entfernt, einen Tank mit Heizöl befüllt. Dabei ging etwas schief, der 1000-Liter-Tank entleerte sich über Drainagerohre in die Mühl – wir berichteten.
Ölsperren sind schwierig
Die Feuerwehren errichten zwar zwischen Haslach und Neufelden fünf Ölsperren, doch der Erfolg war leider nur bescheiden, wie Fischer Koller weiß: „Durch die Regenfälle ist der Wasserstand höher als sonst. Das war unser Pech, denn normalerweise fließt die Mühl nur träge dahin. Derzeit gibt es aber viele Verwirbelungen – und dadurch haben Öl und Wasser emulgiert, sich also vermischt. Dadurch haben die Ölbindemittel nicht so gut gewirkt wie erhofft.“
15 Kilometer Fluss sind betroffen
Wie hoch ist der tatsächliche Schaden durch die Ölpest? Fischer Koller sagt dazu: „Wir haben vor drei Jahren zwei Kilometer unterhalb der Austrittsstelle gründlich beprobt, alle Fische betäubt, herausgeholt, abgemessen und abgewogen und dann wieder eingesetzt. Deshalb können wir exakt sagen, dass auf hundert Metern der Großen Mühl tausend Fische leben. Äschen, Forellen, aber auch Weißfische und dazu alle möglichen Tierarten, von denen sich die Fische ernähren.“
Allem Getier in dem Gewässer droht aber nun der qualvoll langsame Erstickungstod, sobald das Öl die Kiemen verklebt. 15 Kilometer Fluss sind betroffen. Das Paradies für Fliegenfischer wird sich erst in drei bis fünf Jahren erholt haben.
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