Zwei Mini-Schweine (3) sollen von der Bezirksverwaltungsbehörde abgeholt werden, weil sie angeblich stinken und eine arge Gefahr für den Maschendrahtzaun der Nachbarin darstellen. Die Besitzerin ist verzweifelt und nimmt ihre pelzigen Gesellen in Schutz.
Der Liebe wegen hat es Stefanie Brugger von den Tiroler Bergen ins burgenländische Flachland verschlagen. Vor zwei Jahren bezog die 41-Jährige mit ihrem Mann, einem Wulkaprodersdorfer, und den beiden Buben (7 und 9) ein schmuckes Einfamilienhaus mit 600 Quadratmetern Garten in Purbach. So weit, so gut, hätte nicht „Joe“ just am ersten Tag ein Loch im Zaun entdeckt und Nachbars Grundstück erkundet. „Und schon ist es losgegangen“, sagt Brugger.
Zwei Hunde mit Steckdosen-Nase
„Joe“ und sein Bruder „Bobby“ sind Mini-Schweine, drei Jahre jung und je 100 Kilo schwer. Sie folgen aufs Wort, sind stubenrein und gehen gern an der Leine Gassi, wenn nicht gerade die Maul- und Klauenseuche grassiert. Im Grunde handelt es sich um zwei Hunde mit Steckdosen-Nase. Sie bewohnen einen Stall im Hinterhof, eingedeckt mit Stroh. Tagsüber trotten sie über einen Durchgang in ein Gehege, wo sie Ball spielen und ... ihr Geschäft verrichten.
„Sobald wir etwas bemerken, wird der Kot in den Biomüll verfrachtet und der Urin mit Erde zugedeckt“, sagt Brugger. In der Tat ergab der investigative „Krone“-Geruchscheck beim Lokalaugenschein: negativ!
Efeu und Schimmelbrot über den Zaun geworfen
Dennoch fühlen sich die Nachbarn durch den angeblich beißenden Gestank und die bloße Anwesenheit der pelzigen Gesellen belästigt. Weil es ihnen auf natürlichem Weg nicht gelungen ist, die Schweine loszuwerden – sie haben laut Brugger wiederholt giftigen Efeu und schimmliges Brot herübergeworfen –, wurden sie mit einer Beschwerde bei der Stadt vorstellig.
„Gefahr für den Maschendrahtzaun“
Die schrieb an Frau Brugger, dass die „Emissionen“ eine Geruchsbelästigung verursachten, die „über das örtlich zumutbare Maß“ hinausgingen. Außerdem seien die Mini-Schweine „eine Gefahr für den Maschendrahtzaun der Nachbarin“. Vor Ort war allerdings niemand.
Man räumte Brugger die Möglichkeit ein, ihre Parteienrechte wahrzunehmen – andernfalls würden die Tiere nach Ablauf der Frist weggebracht, im Notfall mithilfe der Bezirksverwaltungsbehörde.
Was für die Mini-Schweine spricht
Die Frau teilte der Gemeinde verzweifelt, aber seriös mit: Der Grund liegt auf einem Mischgebiet, dort darf man Haustiere halten; Mini-Schweine sind Haus- und keine Nutztiere; der Vermieter ist einverstanden; Innen- und Außenflächen sind eingezäunt und beplankt; die Exkremente werden stets umgehend entsorgt; „Bobby“ und „Joe“ wurden vom Amtstierarzt registriert.
Ob’s was nutzt? „Wenn sie mir meine Babys wegnehmen, bricht mir das Herz.“
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