Einer für alles

Maxx: Dieser Mini-Opel hat nur einen Haken

Motor
05.04.2025 15:30

Da war Opel seiner Zeit ein ganzes Stück voraus: 1995 präsentierten die Rüsselsheimer den Maxx: modular, effizient, nachhaltig – und dennoch wurde er nie gebaut.

In den 1990er-Jahren setzte bei vielen Automobilherstellern ein Umdenken ein: Das Prinzip „höher, schneller, weiter“ schien nicht mehr uneingeschränkt zukunftsfähig. In den Innovationszentren der Branche entstanden daher zunehmend umweltbewusste Fahrzeugkonzepte. Auch Opel, damals noch eine Tochter von General Motors, präsentierte vor 30 Jahren mit dem Maxx einen in vielerlei Hinsicht visionären Gegenentwurf zum späteren Smart Fortwo.

Smart-Gegenentwurf ohne Chance auf Produktion
Ein Jahr zuvor, 1994, hatte das von Daimler und Nicolas Hayek gegründete Joint Venture Micro Compact Car – der Vorläufer von Smart – die Studien Eco Sprinter und Eco Speedster vorgestellt. Opel konterte im Jahr darauf mit dem Maxx. Während es bei Daimler noch bis 1998 dauerte, bis der Smart Serienreife erlangte, blieb der Maxx trotz einiger bemerkenswerter Features ein reines Konzeptfahrzeug – eine Fingerübung der Opel-Designabteilung.

(Bild: Opel)
(Bild: Opel)

Wie der Smart war auch der Maxx kompakt und wirkte fast höher als lang. Mit 2,97 Metern in der Länge übertraf er den Smart jedoch um beachtliche 47 Zentimeter. Den zusätzlichen Raum nutzte Opel clever: Vier Sitzplätze fanden Platz und der Kofferraum ließ sich auf bis zu 500 Liter erweitern – beeindruckend für ein Fahrzeug dieser Größe.

Zukunftsweisend war auch die Leichtbauweise. Das Monocoque-Chassis bestand aus Aluminiumprofilen, die von Karosserieteilen aus Carbon umgeben waren. Trotz seines Gewichts von nur 650 Kilogramm verfügte der Maxx über sicherheitsrelevante Ausstattungsmerkmale wie Fahrerairbag, ABS und eine fortschrittliche McPherson-Vorderachse.

(Bild: Opel)
(Bild: Opel)
(Bild: Opel)
(Bild: Opel)

Der vorn eingebaute Einliter-Dreizylinder mit 50 PS beschleunigte den Wagen in rund 12 Sekunden auf Tempo 100 – bis zu 150 km/h waren möglich. Damit wären auch längere Autobahnfahrten kein Problem gewesen. Im damaligen Euromix-Testzyklus begnügte sich der Maxx mit weniger als vier Litern auf 100 Kilometer. Der Motor selbst wurde sogar zur Serienreife gebracht und begründete die Ecotec-Motorenfamilie von Opel, die in späteren Modellen für einen effizienteren Verbrauch sorgte.

Ebenfalls zukunftsweisend: Die Plattform des Maxx war modular aufgebaut – konzipiert für unterschiedlich lange Fahrzeugvarianten. Ob Cabrio, Pickup, Geländewagen, Van oder Taxi: Die Rüsselsheimer dachten bereits an eine Vielzahl von Derivaten. Eine Langversion des Maxx maß 3,68 Meter und war damit 15 Zentimeter kürzer als der damalige Corsa.

Mehrere Karosserievarianten des Maxx wurden angedacht. (Bild: Opel)
Mehrere Karosserievarianten des Maxx wurden angedacht.

Telefax als Option
Auch der Innenraum war seiner Zeit voraus. Statt klassischer Instrumente gab es ein damals futuristisch anmutendes Display, die Zahl der Schalter und Knöpfe war auf ein Minimum reduziert. Ein im Armaturenbrett integriertes Telefon sowie modulare Nachrüstmöglichkeiten – etwa für Beifahrerairbag, Klimaanlage, Soundsystem oder sogar ein damals modernes Faxgerät – unterstrichen den innovativen Charakter des Fahrzeugs.

(Bild: Opel)

Dennoch blieb der Maxx eine Studie. Erst mit einiger Verspätung und französischer Unterstützung durch die Stellantis-Gruppe knüpfte Opel mit dem Rocks Electric wieder an die Maxx-Idee an. Allerdings nur in der Leichtbauklasse und nicht als richtiges Auto.

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