Aller Anfang ist schwer – und das galt vor knapp 27 Jahren im Weinviertel, als es nur um den Bau der Umfahrung der Brünner Straße ging: Schon bei diesem ersten Schritt bei Großebersdorf: Wo am Donnerstag die 15-jährige Jubiläumsfeier der Fertigstellung der A 5 stattfand – fing alles mit Bürgerprotesten samt Demo und Blockade der B 7 an.
Die Folge: Es bildete sich ein Mega-Stau. Was aber auch ein Wink für die zukünftige Entwicklung war: Die tägliche Blechlawine, die sich oft über mehrere Dörfer an der völlig überlasteten Bundesstraße erstreckte, war schließlich sowohl für Autofahrer, als vor allem auch für die Anrainer untragbar – von den Abgasen und Schäden für die Umwelt ganz zu schweigen.
Verkehrszuwachs, Ostöffnung: Gesamtlösung musste her
Die Häuser erzitterten angesichts der Lkw-Lawine – die Lage wurde mit der Öffnung des Eisernen Vorhangs schlimmer. Es war nur einer Frage der Zeit, bis die Weinviertler – vor allem die Bürgermeister entlang der Strecke – von der Notwendigkeit einer Schnellverbindung ohne Ortsumfahrungen überzeugt werden konnten.
Realisierung mit Durchsetzungskraft
Und es war einer von ihnen, der als Vater der Nordautobahn gilt: Der heutige Landtagspräsident Karl Wilfing. Er gab nicht nach und erinnert sich, wie er alles auf eine Karte setzte: Als sich bei der Ausschreibung deutsche Investoren durchsetzten, legte die österreichische Konkurrenz, an der Spitze Raiffeisen, Einspruch ein: „Das hätte alles um Jahre verzögert“, schildert der damalige Bundesrat und Stadtchef von Poysdorf. Kurzerhand stellte Wilfing dem damaligen Raiffeisen-General Christian Konrad die Rute ins Fenster: „Entweder der Einspruch wird zurückgezogen, oder 1000 Poysdorfer demonstrieren vor der Raiffeisen-Zentrale!“ Die gewagte „Drohung“ hatte Erfolg – die heutige Bonaventura behielt das Projekt. Mittlerweile ist die Autobahn so etwas wie eine Lebensader für das Weinviertel, die zahlreiche potente Betriebe sowie viele Touristen in die Region bri
Stärkung des Wirtschaftsraumes
„2007 standen wir hier an der größten Erdbaustelle Mitteleuropas“, erinnert sich Martin Schlor, Geschäftsführer der Bonaventura bei den Feierlichkeiten.
Die A5 hat das Weinviertel nicht nur stärker an den Wirtschaftsraum Wien angebunden, sondern auch eine infrastrukturelle Lücke in der Ostregion geschlossen. Bis heute fehlt jedoch die Anbindung auf tschechischer Seite. Laut aktuellen Meldungen plant Tschechien, bis 2026 mit dem Bau der Autobahn von Drasenhofen nach Brno zu beginnen und diese bis 2031 abzuschließen.
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