Nach 53 Jahren

Wiener Modehändler schließt Pforten für immer

Wien
04.04.2025 09:28

Nächstes Aus in der Textilbranche: Nach Palmers sperrt nun auch der Wiener Modehändler Jones zu und gibt bis Ende Juni 30 eigene Filialen auf, 20 davon in Österreich. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren bereits zweimal Insolvenz angemeldet. 

Vom Rückzug der Marke betroffen sind auch zehn franchisegeführte Shops und mehr als hundert Verkaufsstellen im Fachhandel sowie 110 Beschäftigte. Für zwei Drittel von ihnen dürften aber von den „Nachmietern“ übernommen werden.

Abverkauf ab Mitte April
Die Zentrale in Wien Landstraße und der Online-Shop werden bis Ende Juni geschlossen, Franchise-Verträge aufgelöst, ein Kollektions-Abverkauf startet Mitte April (auch im Online-Shop).

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Angesichts der geänderten Konsumgewohnheiten und der kräftigen Kostensteigerungen ist es uns trotz intensiver Sparmaßnahmen nicht gelungen, eine tragfähige Lösung für die Zukunft von Jones zu erarbeiten.

(Bild: inge prader)

Firmenchef Gabor Rose

Bis auf vier Standorte werden drei Modemarken sämtliche Geschäfte übernehmen und Jones als Mieter nachfolgen. Eine unter ihnen ist More & More. Die in türkischem Besitz befindliche Textilkette expandierte von München aus in 16 Länder. Nun sichert sich der Konzern drei bis vier Filialen in Österreich.

Zumindest sieben Flächen soll Liberty Fashion übernehmen. Der deutsche Händler (über 100 Stores in Deutschland) ist hierzulande bisher nur in Innsbruck vertreten. Als Nachfolger von Jones mache auch das Salzburger Modelabel Musterzimmer den Schritt nach Wien. Die drei Labels werden auch rund zwei Drittel der Mitarbeiter (70 bis 80) übernehmen. Aus Dankbarkeit  (viele Mitarbeiter sind schon viele Jahre bei Jones) bekommen sie zum Abschied einen doppelten Gehalt. Der Standort am Graben im Herzen Wiens, der Jones als Schaufenster diente, sucht auf dem freien Markt neue Betreiber.

Gründer und Chef Gabor Rose und seine Frau Doris haben sich, schweren Herzens, entschieden, die Marke nach insgesamt 53 Jahren nicht mehr fortzuführen. (Bild: Jones)
Gründer und Chef Gabor Rose und seine Frau Doris haben sich, schweren Herzens, entschieden, die Marke nach insgesamt 53 Jahren nicht mehr fortzuführen.

Umsatzplus wegen Konsumflaute nicht schaffbar
„Angesichts der geänderten Konsumgewohnheiten und der kräftigen Kostensteigerungen ist es uns trotz intensiver Sparmaßnahmen nicht gelungen, eine tragfähige Lösung für die Zukunft von Jones zu erarbeiten“, so Firmenchef Gabor Rose. „Wir bräuchten jedes Jahr 10 bis 15 Prozent Umsatzplus, um die Kosten zu stemmen. Weder glauben wir an eine Umsatzsteigerung von 10 bis 15 Prozent, noch sind unsere Kundinnen bereit, 10 bis 15 Prozent mehr für die Ware zu zahlen“, erklärt Rose der „Krone“.

Auch Palmers schließt Filialen
In der Textilbranche läuft seit Längerem eine Marktbereinigung, zuletzt traf es das Traditionshaus Palmers. Der insolvente Wäschehändler schließt 36 Filialen, betroffen sind 117 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer, teilte das Unternehmen vor einem Monat mit. Die laufende Finanzierung des operativen Betriebs sei „aktuell gesichert“.

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