Es ist das kleinste Geschäftsfeld des Unternehmens und es macht aktuell die größten Sorgen: Seit 30. Jänner ist die auf Verpackungsbänder spezialisierte Sparte des bekannten Seileherstellers Teufelberger aus Wels ein Sanierungsfall. Nun kamen bei Gericht erstmals konkrete Zahlen auf den Tisch. Der Schuldenberg wuchs dabei stark an – auf mehr als 13 Millionen Euro.
Mit einer Hanfseilerei hat alles angefangen, später kam der Handel mit Dingen des Hausbedarfs dazu, im Jahr 1917 wurde das erste Drahtseil hergestellt – auf eine mehr als 230-jährige Geschichte kann die Firma Teufelberger zurückblicken. Aktuell schlägt sich in der Unternehmenshistorie gerade ein dunkleres Kapital zu Buche: Mit der Teufelberger GmbH, in der der sogenannte Strapping-Solutions-Bereich und damit die Verpackungsbänder beheimatet sind, ist nämlich ein Geschäftsbereich des Familienbetriebs seit Ende Jänner insolvent.
„Haben seit geraumer Zeit Schritte gesetzt“
Konkret wurde am 30. Jänner das Sanierungsverfahren über die Gesellschaft eröffnet, die aufgrund sinkender Preise und ebenfalls schwächelnder Nachfrage enorm in Schieflage geraten ist. Überkapazitäten am Markt machten zusätzlich Druck auf die Preise. „Es ist eine Entwicklung der letzten Jahre. Wir haben hier schon seit geraumer Zeit Schritte gesetzt, um dieser Situation Rechnung zu tragen“, verriet Chef Florian Teufelberger im Jänner. Auch Geld aus dem Unternehmensverbund war zugeschossen worden. Die Insolvenz konnte aber nicht verhindert werden.
Tagsatzung am Landesgericht Wels
Beim Landesgericht Wels kam es im Zuge der Prüfungs- und Berichtstagsatzung nun zum ersten Kassasturz. Die Passiva, die bei Eröffnung des Sanierungsverfahrens noch mit 8,3 Millionen Euro beziffert worden waren, kletterten dabei gewaltig nach oben. Die anerkannten Forderungen belaufen sich aktuell auf 13,5 Millionen Euro, berichtete Sanierungsverwalter Martin Stossier.
War es bis zuletzt bei der 186-köpfigen Belegschaft noch zu keinen Veränderungen gekommen, dürfte sich das nun etwas ändern. Die Schließung des Bereichs Forschung und Entwicklung in der Verpackungsbänder-Sparte wurde gerichtlich genehmigt. Über den Sanierungsplan soll am 22. Mai abgestimmt werden.
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