„Krone“-Serienkritik

Amanda Seyfried zwischen Trauma & Drogen-Epidemie

Streaming
05.04.2025 17:00

Die oscarnominierte Schauspielerin schlüpft in die Rolle einer Polizistin, die in den von Opioiden gebeutelten Straßen Philadelphias auf der Suche nach einem Prostituierten-Mörder und ihrer seit längerem verschollenen Schwester ist.

Wie paralysiert steht Mickey (Amanda Seyfried) da, als sie und ihr Partner Eddie (Dash Mihok) zum Schauplatz einer vermeintlichen Drogenüberdosis gerufen werden. Der Anblick der leblosen jungen Frau, sie sitzend an einer Wand lehnt, kratzt sofort alte Wunden bei der Polizistin auf, denn es hätte auch ihre Schwester Kacey (Ashleigh Cummings) sein können. Die wird schon seit geraumer Zeit vermisst und hat, wie wir in etlichen Rückblenden erzählt bekommen, einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen als Mickey.

(Bild: Peacock)

Während letztere ihre Zeit als Teenager in Jugend-Programmen der Polizei verbracht hat, wo sie auch ihren künftigen Ehe- und mittlerweile Ex-Mann trifft, prostituierte sich Kacey für schnelles Geld. Gleichzeitig versucht die alleinerziehende Mutter auf den von Opioiden geplagten Straßen Philadelphias die rätselhaften Überdosen, die sie für Morde hält, aufzuklären, und ihre vermisste Schwester zu finden. Kein leichtes Unterfangen, wenn man nicht weiß, wem man trauen soll. Also bittet sie ihren einstigen Partner Truman (Nicholas Pinnock), den sie vor Monaten bei einem Einsatz im Stich gelassen hat, um Hilfe.

(Bild: Peacock)

Es ist zwar schon vier Jahre her, dass HBO mit „Mare Of Easttown“ – mit Oscarpreisträgerin Kate Winslet in der Hauptrolle – einen an Perfektion grenzenden Serienhit gelungen ist, aber wenn man „Long Bright River“ sieht, kommen die Erinnerungen schnell zurück: Eine Polizistin, die am Stadtrand Philadelphias ermittelt, während die Traumata ihrer Vergangenheit sie auffressen. Dass NBCs Streaming-Service Peacock (bei uns ist die Serie auf Canal+ zu sehen) an diesem köstlich-dramatischen Kuchen mitnaschen wollte, kann man nicht verübeln – nur die Umsetzung aus der Romanvorlage von Liz Moore gerät leider etwas ins Stocken. Gefühlt nicht enden wollende acht Episoden lang drehen sich die Charaktere und ihre Beziehungen miteinander im Kreis, ohne dass sie wirklich Funken schlagen, bedauerlicherweise auch die der im Mittelpunkt stehenden Schwestern nicht. Ein Lichtblick ist der Cast, angeführt von einer wie immer brillanten Seyfried, der das wackelige Skript versucht auszutarieren.

Fazit: Mit einem guten Drehbuch hätte es ein zweistündiger Film auch getan.

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