18 Jahre nachdem der Bajaj-Konzern eine Partnerschaft mit KTM eingegangen ist, schlägt offenbar die Stunde der Inder. Für die Rettung des in die Insolvenz geschlitterten Motorradherstellers hat man bereits 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bei der Frage, wer als Investor an Bord geht, redet man nun ein gewaltiges Wort mit.
Den bestehenden Aktionären werden Aktien zum Ausgabepreis von 7,50 Euro angeboten, um so 150 Millionen Euro einzunehmen; außerdem stellt mit Bajaj der indische Miteigentümer nun sogar noch einmal mehr Geld als ursprünglich geplant zur Verfügung. Der Konzern um Rajiv Bajaj hat 200 Millionen Euro für KTM reserviert, davon wurden 150 Millionen Euro auch bereits überwiesen, um das Hochfahren der Produktion in Mattighofen voranzutreiben.
Im Kampf um die Liquidität für die Produktion verschaffte man sich gewaltig Luft: Der Betrieb in der Motorrad-Montage scheint so für April und auch für Mai uneingeschränkt gesichert – das bringt Stabilität in die Abläufe und schafft Vertrauen bei den Lieferanten.
Unabhängig von diesen beiden Schritten läuft nach wie vor der Investorenprozess. Der nach wie vor nicht definierte Geldgeber muss – Stand jetzt – etwa 450 Millionen Euro mitbringen, um in Zukunft auch ein starkes Wort bei KTM mitreden zu dürfen. Wie viel und ob Bajaj noch einmal etwas zu den bereits bekannten 200 Millionen Euro drauflegt, ist nicht bekannt.
Wer zahlt, schafft an
Egal wie man zum immer stärker werdenden Miteigentümer der Oberösterreicher steht, muss einem klar sein, dass KTM nicht in der Position ist, wählerisch zu sein. Stattdessen gilt: Wer zahlt, schafft an. Und damit wird Bajaj auch ein gewichtiges Wort mitreden, wer aus den noch verbliebenen Investoren das Rennen macht.
Um Stefan Pierer bleibt es nach wie vor ruhig
Nur mutmaßen kann man über die zukünftige Bedeutung von Stefan Pierer, der mehr als 30 Jahre lang der wortgewaltige Lenker des Unternehmens war. Während der Einfluss des indischen Konzerns, der seit 2007 als Partner fungiert, wächst, gibt’s nach wie vor keine Anzeichen dafür, dass der 68-Jährige finanziell etwas zur Rettung zuschießt. Pierer Mobility hat den Geldbedarf im Kampf um die Zukunft am 25. Februar mit 800 Millionen Euro beziffert.
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