Merz unter Druck

Umfrage-Hammer: Union und AfD schon fast gleichauf

Außenpolitik
04.04.2025 18:30

Mitten in den deutschen Koalitionsverhandlungen verlieren die Union und CDU-Chef Friedrich Merz an Zustimmung. Die AfD erzielt dagegen einen Umfragehöchstwert.

Merz, der wahrscheinlich nächste Bundeskanzler Deutschlands, sieht sich mit einer zunehmend ablehnenden öffentlichen Meinung konfrontiert. In dem am Donnerstagabend veröffentlichten „Deutschlandtrend“ der ARD kommt die Union, seine Partei, nur noch auf 26 Prozent – dicht gefolgt von der AfD, die mit 24 Prozent ihren bisherigen Bestwert erzielt.

Sogar 70 Prozent der Befragten äußerte sich unzufrieden oder sehr unzufrieden mit Merz persönlich.

Die Verhandlungen mit der SPD über eine Koalition machten unterdessen nach Angaben von Teilnehmern Fortschritte. Doch das Erstarken der AfD und die Umfrageschwäche der CDU bereiten auch dem wahrscheinlichen Koalitionspartner, der SPD, Sorge.

Sorge vor Rechtsruck in der Gesellschaft
„Die sinkenden Umfragewerte der Union zeigen eine Vertrauenskrise“, sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführerin Katja Mast am Freitag. Mast diagnostizierte einen „Rechtsruck“, dem sich „alle in der Gesellschaft“ entgegenstellen müssten.

An den Kanzler in spe richtete die SPD-Politikerin in diesem Zusammenhang konkrete Erwartungen: „Ein künftiger Kanzler Friedrich Merz müsste sich klar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen und dafür sorgen, dass unser Land nicht durch Schlagzeilen auffällt, sondern mit ruhiger Hand geführt wird.“

Koalitionsverhandlungen gehen weiter
In diesem Stimmungsumfeld setzten CDU, SPD und CSU ihre vertraulichen Verhandlungen über einen Koalitionsvertrag fort. CSU-Chef Markus Söder und der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil äußerten sich am Donnerstagabend im ZDF optimistisch, dass eine Regierungsbildung gelingen werde.

Söder sagte in der Sendung „Maybrit Illner“, er glaube nicht, dass die Gespräche noch scheitern könnten: „Wir müssen das ja auch schaffen.“ Nichtsdestotrotz verwies er auf noch offene Streitpunkte. „Nichts ist vereinbart, wenn nicht alles vereinbart ist“, sagte der CSU-Chef. Nun müsse eine „Vertrauenskultur“ zwischen den künftigen Koalitionären geschaffen werden. Die Union habe weiter das Ziel, Steuern zu senken. Zudem müsse „substanziell eingespart“ werden – beim Bürgergeld, beim Heizungsgesetz und im Staatsapparat.

SPD-Chef Klingbeil wollte in der ZDF-Sendung keine konkreten Summen nennen, betonte aber, dass es „natürlich Einsparmöglichkeiten im Haushalt“ gebe. „Ganz wichtig ist, dass wir das Signal setzen, der Staat spart auch bei sich selbst“, sagte Klingbeil. Einen konkreten Ausblick zum weiteren Zeitplan gaben beide Parteichefs nicht.

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