In der Gemeinde Deutsch Schützen-Eisenberg im Burgenland erhitzt ein Bauvorhaben der besonderen Art die Gemüter. Heftig debattiert wird eine geplante Weinkellerei, die gleich bei der Ortseinfahrt errichtet werden soll.
„Wir erzeugen Weine, die durch ihre Natürlichkeit das Terroir der Region um den Eisenberg widerspiegeln.“ Dieser Prämisse folgt das Bioweingut Groszer Weine aus Burg. Die GmbH unter der Schirmherrschaft der Lindner Group aus Arnstorf mit 8000 Mitarbeitern in Niederbayern will an der Ortseinfahrt von Eisenberg im Bezirk Oberwart eine Weinkellerei samt Verkostungsraum, Buschenschank und kleinen Zimmern errichten.
„Waren nicht informiert“
Das deutsche Familienunternehmen investiert viel in Biolandwirtschaft, Hotels und Brauereien. Der Baubeginn für das geplante Projekt steht offiziell zwar noch nicht fest und soll erst in Jahren erfolgen, doch das Vorhaben fällt nicht nur auf fruchtbaren Boden.
„Der Unmut über dieses Firmenkonzept ist schon seit Längerem spürbar, besonders nachdem die Pläne spruchreif geworden sind. Die Gemeinde hatte die Bürger immer wieder vertröstet und versichert, dass das Vorhaben nicht realisiert wird“, übt ein Anrainer heftige Kritik. Er steht nicht alleine da.
Ortsbewohner skeptisch
„Die Einwohner sind von einer Informationsveranstaltung zu dem Umwidmungsfall des Weinguts Groszer Mitte März regelrecht überrascht worden. Nur wenige Tage später fanden sich die Änderung des örtlichen Entwicklungskonzeptes ,Eisenberg – Weinberg’ und die Anpassung des digitalen Flächenwidmungsplanes bereits auf der Tagesordnung der Sitzung des Gemeinderates“, fühlt sich eine Ortsbewohnerin überrumpelt.
Kritik an Eingriff in Natur
„Wieder sollen Naturflächen bebaut werden. Geht das Konzept des Weinguts nicht auf, steht das Gebäude leer“, befürchtet ein Anrainer.
„Was soll falsch an einer Weinkellerei in der Natur sein?“, fragt sich ein anderer Nachbar. So wie er und etliche andere kann die Gemeinde dem „Vorzeigeprojekt“ viel abgewinnen. Die Debatte bleibt spannend.
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