Österreichs Frauen-Teamchef Alexander Schriebl ist mit der Leistung seiner Truppe bei der 1:3-Niederlage in der Nations League in Almelo gegen Gastgeber Niederlande am Freitag nicht unzufrieden gewesen. Dem 46-Jährigen stieß allerdings die Performance der Schweizer Schiedsrichterin Desiree Grundbacher sauer auf.
„Man muss sich schon ein bisschen auf die Zunge beißen aufgrund der Schiedsrichterentscheidungen, die schon sehr spielentscheidend waren“, sagte Schriebl.
Tatsächlich gab es mehrere strittige Situationen, und alle fielen zuungunsten der Österreicherinnen aus. Hilfe eines VAR gibt es keine. Vor dem 0:2 gab es bei einem Zweikampf von Lilli Purtscheller mit Wieke Kaptein keinen Foulpfiff, zudem hielt die Niederländerin den Ball mit der Hand vor einem möglichen ÖFB-Corner im Spiel. Scheinbar deutete Grundbacher in Richtung Corner, eine Unterbrechung gab es aber nicht. Die Niederländerinnen spielten schnell nach vorne und der Konter über Lineth Beerensteyn führte zu jenem Eckball, der das 2:0 einleitete, das Tamaris Egurrola (48.) per Kopf erzielte.
Auch Kapitänin sauer
Vor dem 3:0 war der Elfmeterpfiff nach einem Zweikampf von Virginia Kirchberger mit Beerensteyn umstritten. Dem nicht genug gab es auf der anderen Seite keinen Strafstoß, nachdem Carina Brunold die 3:0-Schützin Sherida Spitse im Strafraum an der Hand getroffen hatte (86.). „Gegen so einen Gegner brauchst du mindestens einen neutralen Schiedsrichter“, betonte Schriebl. Auch Kapitänin Sarah Puntigam war verärgert. „Zum Teil hat uns die Schiedsrichterin nicht mögen, es waren ein paar fragwürdige Entscheidungen, gerade vor dem 0:2 und es hätte auch einen Elfer geben müssen“, meinte die US-Legionärin.
Schon am Dienstag (18.15 Uhr) gibt es in Altach die Chance zur Revanche. Die ist auch nötig, um im Rennen um einen Top-Zwei-Platz, der zur Halbzeit vier Zähler entfernt ist, in der Gruppe A1 zu bleiben. „Wir haben es schon auch geschafft, die Niederländerinnen zu bewegen, gute Umschaltmomente und Chancen zu kreieren. Es war ein durchaus hochklassiges Spiel auf beiden Seiten“, resümierte Schriebl. Auch Sarah Zadrazil war mit der Leistung „nicht unzufrieden“. „Wir sind gegen eine Topnation echt gut aufgetreten, waren mutig, hatten viele Aktionen.“
Tolles Plattner-Comeback
Am Ende hätten „Kleinigkeiten“ entschieden. So verhinderte etwa die Latte bei einem Schuss von ihr in der 30. Minute das 1:1. „Die Leistung war vollkommen okay, wir haben sie vor Probleme gestellt, das gibt Selbstvertrauen“, sagte Puntigam. Positiv ist, dass aktuell auch die Wechselspielerinnen frischen Wind bringen können. Darunter war auch Maria Plattner, die nach zweieinhalbjähriger Abwesenheit beim Comeback gleich traf. Nach elf Länderspielen hält die 23-Jährige bei fünf Toren. „Es ist auf jeden Fall eine tolle Geschichte, dass sie wieder Teil von uns ist, ich freue mich natürlich für sie“, sagte Schriebl.
Doch nicht nur Plattner habe als „Joker“ überzeugt. „Man sieht, wenn Spielerinnen eingewechselt werden, welche Qualität noch dazukommt zu jener, die ohnehin schon vorhanden ist.“
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