Die Grenzen sind wegen der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Teilen Niederösterreichs und im Burgenland teilweise dicht, teilweise gibt es Seuchenteppiche. Am Freitag wurde das Bundesheer zur Hilfe angefordert. Das Kontingent an Leuten und Gerät ist groß, wie Oberst Jürgen Schlechter erklärt.
Ein Lokalaugenschein an der Grenze in Halbturn zeigt: Es gibt eine Absperrung aus Betonleitwänden. In der Gemeinde herrscht gespenstische Ruhe. Wie zu Corona-Zeiten. „Da merkt man erst, wie viele Leute bei uns eigentlich nur durchfahren“, so der Tenor in der Bevölkerung.
Mit der Grenzsperre, die tausende Arbeiter aus Ungarn dazu zwingt, einen großen Umweg über Nickelsdorf oder Pamhagen zu fahren, will man verhindern, dass die Maul- und Klauenseuche von Ungarn oder der Slowakei nach Österreich geschleppt wird.
Auch das Bundesheer wurde vom Burgenland angefordert. Am Freitag war bereits ein Trupp zur Erkundung im Gebiet. Was die Frage aufwarf, ob sich das Heer dann aus der Slowakei zurückziehen würde. Denn hier sind mehrere Trupps der AFDRU-Katastrophenhilfeeinheit des Bundesheeres („Austrian Forces Disaster Relief Unit”) bereits seit 26. März im Einsatz.
Genug Ressourcen
Der Leiter des ABC-Abwehrzentrums in Korneuburg, Oberst Jürgen Schlechter, verneint. Die 53 Soldaten, die derzeit in der Slowakei Dienst tun, müssen nicht zurückbeordert werden. „Es gibt genug Reserven in Österreich. Wir brauchen die Soldaten und das Gerät dort nicht“, erklärt er. Denn laut Schlechter gibt es elf Dekontaminationsfahrzeuge für solche Lagen, zwei davon befinden sich derzeit in der Slowakei.
Seit diesem Wochenende stehen Soldaten bereits im Burgenland im Assistenzeinsatz. Kommt es zu MKS-Fällen in Österreich, hat das Heer auch Kapazitäten, um Kräfte zu betroffenen Viehbetrieben verlegen zu können. „Unsere Ressourcen sind auf massive Verseuchung ausgelegt“, erklärt Schlechter. Käme es in einem Betrieb mit 10.000 Tieren zu einem Fall, müssten die Tiere innerhalb kürzester Zeit gekeult werden. „Das ist vor allem logistisch eine Aufgabe.“ Denn die toten Tiere müssten vom Hof gebracht, die Fahrzeuge vor dem Verlassen der Höfe desinfiziert werden. „Dort macht der Einsatz unserer Dekontaminationssysteme dann Sinn“, so der ABC-Chef.
Konkret heißt das, wenn ein Fall auftritt: Der Bundesheertrupp kann zu jedem Hof fahren und steht an der Grenze der von der Behörde festgelegten Sperrzone. „Jede Person und jedes Fahrzeug, das dann eben aus dieser Sperrzone heraustritt, wird dann von uns dekontaminiert“, erklärt der Militärmann.
Einen solchen Einsatz gab es zuletzt im Oktober 2024 im niederösterreichischen Bezirk Amstetten nach einem Ausbruch der Vogelgrippe. Damals mussten tausende Hühner und anderes Geflügel getötet werden.
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