In das umstrittene Vorarlberger Straßenbauprojekt Bodensee-Schnellstraße (S18) kommt offenbar Bewegung. Die Asfinag wird das Vorprojekt für den Lückenschluss zwischen der österreichischen und der schweizerischen Autobahn im Rheintal „voraussichtlich in den nächsten Wochen“ vorlegen.
Zum konkreten Projektstand blieben die Zuständigen der Asfinag allerdings vage: Die S18 befinde sich derzeit in der Vorprojekt-Phase, habe also noch den gesamten Genehmigungsprozess vor sich. Daher könne man zum aktuellen Zeitpunkt „keine belastbare Aussage zu einem Baubeginn“ tätigen, aus bisherigen Erfahrungen bei Großprojekten dieser Art sei aber jedenfalls mit zehn bis 15 Jahren zu rechnen. Nächster Schritt sei die Einreichung des Vorprojekts beim Verkehrsministerium
Geringere Auswirkungen auf die Umwelt
Keine Auskunft gab es vorerst zu einer Grobkostenschätzung: Diese werde dem Ministerium erst im Rahmen des Vorprojekts vorgelegt „und erst nach entsprechender Prüfung freigegeben“. An der Vorentscheidung zum Trassenverlauf CP – also von Dornbirn-West über eine Ostumfahrung von Lustenau im Ried bis zum Anschlusspunkt am Knoten St. Margrethen – hält man fest: Fast zwei Drittel der Strecke seien als Tunnel geplant, das Natura 2000-Gebiet werde nur am Rand berührt. Umfangreiche ökologische Untersuchungen hätten ergeben, dass die CP-Trasse wesentlich geringere Auswirkungen auf die Ökologie und die Schutzgebiete im Ried hätten als andere Varianten und daher ein geringeres Genehmigungsrisiko bestehe.
Entlastungswirkung hätte die S18 vor allem für Lustenau, aber auch für die Bodensee-Gemeinden. Die Realisierung der Straße, deren Errichtung in den vergangenen Jahren auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt wurde, ist aufgrund des Genehmigungsrisikos und der Kosten ungewiss.
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