Wegen Trumps Zöllen

Hammer! Erste Autobauer stoppen Lieferungen in USA

Wirtschaft
05.04.2025 17:53

US-Präsident Donald Trump stellt mit seiner radikalen Zollpolitik die globalisierte Produktion von Fahrzeugen infrage. Jetzt ziehen die ersten Autobauer Konsequenzen.

Der britische Fahrzeughersteller Jaguar Land Rover (JLR) hat die Auslieferung seiner in Großbritannien produzierten Fahrzeuge in die Vereinigten Staaten vorübergehend gestoppt. Wie der „Guardian“ berichtete, will das Unternehmen prüfen, wie die Auswirkungen der von Trump verhängten Zölle auf Importe gemindert werden können.

Ein Jaguar- Händler: Das Unternehmen liefert jährlich rund 1000.000 Fahrzeuge in die USA. (Bild: AP/David Zalubowski)
Ein Jaguar- Händler: Das Unternehmen liefert jährlich rund 1000.000 Fahrzeuge in die USA.

Jaguar Land Rover zieht Konsequenzen wegen Trumps Zöllen
Jaguar Land Rover reagiert mit der Lieferpause auf die unmittelbaren Folgen der Zölle. In einer Erklärung am Samstag sagte ein Sprecher des Unternehmens: „Die USA sind ein wichtiger Markt für die Luxusmarken von JLR. Während wir daran arbeiten, die neuen Handelsbedingungen mit unseren Geschäftspartnern zu klären, ergreifen wir einige kurzfristige Maßnahmen, darunter eine Lieferpause im April, während wir unsere mittel- bis langfristigen Pläne entwickeln.“

Laut „New York Times“ verfügt JLR derzeit noch über ausreichende Lagerbestände in den USA, doch die Zukunft der US-Auslieferungen sei angesichts der gestiegenen Importkosten ungewiss.

Zitat Icon

Während wir daran arbeiten, die neuen Handelsbedingungen mit unseren Geschäftspartnern zu klären, ergreifen wir einige kurzfristige Maßnahmen, darunter eine Lieferpause im April.

Aussendung des britischen Autobauers Jaguar Land Rover

Jaguar Land Rover, einer der volumenstärksten Autohersteller Großbritanniens, verkauft jährlich rund 400.000 Fahrzeuge, darunter insbesondere große SUVs. Fast ein Viertel der Gesamtverkäufe entfällt auf den US-Markt.

Auch Nissan ergreift erste Maßnahmen
Neben Jaguar Land Rover hat auch Nissan auf die neuen US-Zölle reagiert. Der japanische Hersteller erklärte, dass man keine neuen Bestellungen aus den USA für die in Mexiko gefertigten Infiniti-SUVs QX50 und QX55 mehr annehmen werde. Die Fahrzeuge werden im COMPAS-Werk in Aguascalientes produziert, das Nissan gemeinsam mit Mercedes-Benz betreibt. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte am Samstag, dass die Produktion für andere Märkte fortgesetzt werde. 

Die Maßnahmen reiht sich ein in eine Serie internationaler Reaktionen auf die US-Zollpolitik. Trump hatte am 3. April die Einfuhrzölle für ausländische Autos drastisch angehoben. Statt wie bisher 2,5 Prozent fallen für Pkw nun 25 Prozent an. Fahrzeugteile sind ebenfalls betroffen. Die Maßnahme trifft damit nicht nur europäische und asiatische Hersteller, sondern auch US-Autobauer mit internationalen Lieferketten.

Trump ruft US-Bürger zum Durchhalten auf
Trump rief unterdessen die Bevölkerung seines Landes angesichts der massiven Turbulenzen infolge seiner Zollpolitik zum Durchhalten auf. „Bleibt stark, es wird nicht leicht, aber das Endergebnis wird historisch“, schrieb Trump am Samstag auf seiner Onlineplattform Truth Social. Seine Regierung bringe Jobs und Unternehmen zurück ins Land wie nie zuvor, schon jetzt gebe es Investitionen in Billionenwert.

Furcht vor Handelskrieg
Trumps aggressive Zollpolitik hat weltweit die Furcht vor einem großen Handelskrieg mit gravierenden Folgen für Unternehmen und Verbraucher geschürt. Auch innerhalb der USA wachsen die Ängste vor einem neuen deutlichen Anstieg der Verbraucherpreise und einer Schwächung der eigenen Wirtschaft bis hin zur Rezession. Rund um den Globus stürzten in den vergangenen Tagen die Börsenkurse ab.

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