Durch Militärsonar

Kreta: Schnabelwale stranden wegen Unterwasserlärm

Tierecke
08.04.2014 08:42
Mindestens fünf Schnabelwale sind Anfang April bei der griechischen Insel Kreta gestrandet. Wissenschaftler stellen fest, dass der Lärm der Militärübung "Noble Diana 2014" die Ursache ist. Die Organisation "OceanCare" schlägt Alarm und fordert, sensible Meeresgebiete als Schutzgebiete auszuweisen, um die Ausrottung der Schnabelwale im Mittelmeer zu verhindern.

"Kaum hat sich die Good News verbreitet, dass der Internationale Gerichtshof Japans Walfang in der Antarktis stoppt, da trifft uns die Schreckensnachricht aus dem Mittelmeer, quasi vor der eigenen Haustüre, wie ein eiskalter Schauer", sagt Sigrid Lüber, Präsidentin der Meeresschutz-Organisation "OceanCare". Am 1. April sind mindestens fünf Cuvier-Schnabelwale bei Ierapetra auf Kreta gestrandet. Ein Tier verstarb, während die anderen durch Helfer ins Meer zurückgebracht werden konnten.

Lärmbedingte Wal-Strandungen
"Strandungen zeigen nur die Spitze des Eisbergs – die meisten betroffenen Tiere sinken leblos auf den Meeresgrund", so Sylvia Frey, Leiterin Wissenschaft und Bildung von "OceanCare". "Der Cuvier-Schnabelwal ist besonders anfällig gegenüber Unterwasserlärm – zahlreiche lärmbedingte Strandungen sind weltweit dokumentiert und alle bekannten sogenannten atypischen Walstrandungen stehen in Zusammenhang mit Unterwasserlärm", so Frey.

Militärsonar als Todesursache
Brisant: Internetrecherchen ergeben, dass die israelischen, griechischen und US-Militärs eine trilaterale zweiwöchige Militärübung im Gebiet um Kreta namens "Noble Diana 2014" durchführen. Das Militär setzt Aktivsonar ein, um unter Wasser Objekte wie feindliche U-Boote zu erkennen. Diese Mittel- und Tieffrequenz-Sonarsysteme geben über Stunden 100 Sekunden lange Tonpulse ab, die mit größtmöglicher Energie in einem möglichst engen Bereich ausgesendet werden.

Weltweite Kampagne "Silent Oceans"
Gemeinsam mit 19 NGOs ruft "OceanCare" auf www.silentoceans.org weltweit für mehr Ruhe im Meer auf, motiviert die Öffentlichkeit zum Mitmachen und präsentiert auf dieser Plattform konkrete Lösungsvorschläge im Umgang mit Lärm. Erreicht werden konnte bisher, dass die UNO Unterwasserlärm nun als eine der fünf größten Gefahren für Meeressäuger anerkennt. Bislang sind erst knapp zwei Prozent der Meere als Schutzgebiete ausgezeichnet. OceanCare fordert, dass dringend weitere für Meeressäuger und die marine Artenvielfalt wichtige Gebiete zu Schutzgebieten erklärt werden, unter anderem sensible Gebiete um Griechenland.

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