Explosion in Ungarn
Toter und mehrere Verletzte in Erdölanlage
Mindestens einen Toten und mehrere Verletzte hat am Freitag eine verheerende Explosion in einer ungarischen Erdölanlage gefordert. Der fatale Zwischenfall in der petrochemischen Einrichtung des staatlichen Erdölkonzerns MOL in Tiszaújváros ist laut dem Konzernchef ein Betriebsunfall gewesen. Es gebe „keine Anzeichen für eine äußere Einwirkung“.
Pechschwarze Rauchsäulen und Flammen waren Freitagvormittag kilometerweit zu sehen. Ungarischen Medien zufolge ereignete sich das fatale Unglück im Zuge der Wiederaufnahme des Betriebs einer Anlage zur Herstellung von Kunststoff nach Wartungsarbeiten. Während ein Arbeiter getötet wurde, wurden die Verletzten zum Teil mit Notarzthubschraubern in umliegende Spitäler geflogen. Medienberichten zufolge war die Detonation so heftig, dass sogar ein zehn Tonnen schweres Arbeitsgerät verschoben worden sei.
Laut dem Bürgermeister der rund 15.000 Einwohner zählenden Stadt Tiszaújváros besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. Es seien keine erhöhten Schadstoffwerte rund um den MOL-Betrieb gemessen, hieß es. Dennoch sollen alle Fenster in Gebäuden geschlossen gehalten werden. An Schulen erging die Aufforderung, Kinder nicht draußen spielen oder turnen zu lassen.
Regierungschef kondoliert Angehörigen
MOL-Chef Zsolt Hernádi und Energieminister István Kapitány machten sich vor Ort ein Bild über die Lage. Hernádi teilte in einem Pressestament mit, dass es sich um einen Betriebsunfall gehandelt habe. Es habe keinerlei „äußere Einwirkungen“ gegeben. Eine Leitung sei explodiert. Ein Arbeiter sei getötet und neun weitere zum Teil schwer verletzt worden. Ein Team des Katastrophenschutzes sei sofort alarmiert worden, um Messungen und Analysen durchzuführen, hieß es weiter. Minister Kapitány versicherte, dass sich keiner der Verletzten in Lebensgefahr befinde. Sowohl Ungarns amtierender Regierungschef Péter Magyar als auch Vorgänger Viktor Orbán kondolierten den Hinterbliebenen des Toten.
Bevölkerung beklagt spärliche Informationen
Abgesehen von diesen Meldungen vermissen aber viele Bewohner von Tiszaújváros für sie wichtige Informationen. Ein in Sicherheit gebrachter Arbeiter erklärte gegenüber der Nachrichtenseite „BOON“, dass er und seine Kollegen, die lediglich ein paar Hundert Meter von der Detonation entfernt aufgehalten hatten, riesengroße Angst bekommen hätten. Sofort seien alle Angestellten vom Areal des Unternehmens gebracht worden. Bis auf Weiteres darf niemand den Betrieb betreten. „Wir bekommen aber keine offiziellen Informationen. Wir warten, wie es nun weitergeht“, sagte der Mann.
Größte petrochemische Anlage Ungarns
Beim betroffenen Betrieb handelt es sich um die größte petrochemische Anlage in Ungarn. Im Unterschied zur Raffinerie der MOL in Százhalombatta in der Nähe von Budapest liegt der Schwerpunkt in Tiszaújváros weniger auf Benzin und Diesel für Endkunden, sondern stärker auf petrochemischen Vorprodukten für die Kunststoff- und Chemieindustrie.









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