Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran soll um 60 bis 90 Tage verlängert werden. Das teilten Personen mit, die mit den Gesprächen vertraut sind. Auch eine Einigung zwischen dem Iran und dem Oman für die Schifffahrt durch die Straße von Hormuz steht demnach bevor.
Laut pakistanischen Sicherheitskreisen könnte es hier noch vor Samstag eine Einigung geben. Mitte August läuft eine 60-Tages-Frist für Verhandlungen ab, die ursprünglich in dem Rahmenabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran festgelegt wurde. Laut iranischen Angaben hat es aber gar keine Gespräche über eine Verlängerung gegeben, denn das Abkommen habe gar kein Startdatum gehabt. „Die USA haben das Übergangsabkommen 48 Stunden nach seinem Abschluss verletzt und sich wenige Tage später daraus zurückgezogen“, sagte ein Insider.
Die USA und Israel hatten den Iran am 28. Februar angegriffen. Mitte April erklärte US-Präsident Donald Trump eine einseitige Waffenruhe. Mitte Juni wurde schließlich das Rahmenabkommen beschlossen, das eine Feuerpause und den Weg zum Kriegsende innerhalb von 60 Tagen ebnen sollte. Allerdings kam es dennoch regelmäßig zu gegenseitigen Angriffen, vor allem in der zweiten Julihälfte. Weitere Verhandlungen wurden ebenfalls nicht geführt.
Ein zentraler Streitpunkt ist die Wiederöffnung der faktisch blockierten Straße von Hormuz, über die ein Großteil der Ölexporte aus den Golfstaaten abgewickelt wird. Zuletzt hatte die Führung in Teheran eine Öffnung der Seestraße von Zugeständnissen der USA und ihrer Verbündeten abhängig gemacht und die Absicht erklärt, Gebühren für eine Durchfahrt erheben zu wollen.
Im Juli waren im Nahen Osten durchschnittlich rund 5,5 Millionen Barrel pro Tag der Ölförderung stillgelegt, was über fünf Prozent des globalen Bedarfs entspricht. Die US-Energiebehörde EIA rechnet damit, dass sich die Lage ab September schrittweise erholen werde. Sie hat ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026 jetzt auf durchschnittlich 86,81 US-Dollar (umgerechnet 75,23 Euro) pro Barrel angehoben. Für Österreich bergen höhere Öl- und Produktpreise das Risiko, dass die Preise an den Tankstellen nach oben klettern. Die heimischen Kraftstoffpreise orientieren sich maßgeblich an den europäischen Großhandelspreisen für Benzin und Diesel, die wiederum unter anderem von den globalen Rohölpreisen beeinflusst werden.
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