Neuer Rekordwert

Immer mehr gehen trotz Krankheit in die Arbeit

Burgenland
26.08.2026 08:00

Die Arbeiterkammer Burgenland schlägt Alarm: Der Arbeitsklimaindex zeigt einen Rekordwert bei Beschäftigten, die am Arbeitsplatz erscheinen, obwohl sie krank sind. Das Pflichtgefühl gegenüber Kollegen oder die Angst vor einer Kündigung werden oft als Gründe genannt.

Laut Statistik Austria geht die Dauer von Krankenständen in Österreich kontinuierlich zurück. Pro erwerbstätiger Person fielen 14,7 Krankenstandstage im Jahr 2025 an. Das ist um 2,7 Prozent weniger als 2024. Ein Minus gab es auch bei der Dauer. Im Schnitt entfielen 9,1 Tage auf einen Krankenstand im Vorjahr.

Laut der Arbeiterkammer hat diese Entwicklung aber eine Kehrseite: Immer mehr Beschäftigte gehen offenbar trotz Krankheit in die Arbeit oder sind im Homeoffice tätig, anstatt sich krankzumelden. Dieses Verhalten wird als „Präsentismus“ bezeichnet.

„Führt oft erst recht zu längeren Krankheitsphasen“
Laut dem AK-Arbeitsklimaindex stieg der Wert 2025 um drei Prozentpunkte an, auf insgesamt 65 Prozent – einen neuen Rekordwert. „Es ist weit verbreitet und führt oft erst recht zu längeren Krankheitsphasen, Burnout und im Endeffekt für die Arbeitgeber zu erheblichen wirtschaftlichen Produktivitätsverlusten“, erklärt AK-Expertin Brigitte Ohr-Kapral. Zum Vergleich: Vor der Corona-Krise – im Jahr 2019 – gingen nur 33 Prozent der burgenländischen Beschäftigten krank zur Arbeit.

Häufiger bei Frauen als bei Männern
Besonders ausgeprägt sei dieses Verhalten im Gesundheits- und Sozialbereich oder im Einzelhandel, so die Arbeiterkammer. Außerdem kommt es öfter bei Frauen vor als bei Männern.

Die Gründe sind vielfältig: 63 Prozent geben an, es aus Pflichtgefühl gegenüber Kollegen zu machen, bei 40 Prozent würde die Arbeit liegen bleiben und 15 Prozent sagen, Angst vor Kündigung zu haben.

Arbeiterkammer-Burgenland-Expertin Brigitte Ohr-Kapral
Arbeiterkammer-Burgenland-Expertin Brigitte Ohr-Kapral(Bild: AK Burgenland)

„Krank arbeiten ist schlecht für die Gesundheit und es kann auch nicht im Sinn der Arbeitgeber sein, dass sich die Beschäftigten nicht auskurieren können oder andere anstecken“, meint Ohr-Kapral. Das könne auch Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Dies sei für jeden nachteilig.

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